In der Politik hat man nach einer Wahl 100 Tage 'Welpenschutz', der Sport ist da schnelllebiger. Nach dem überaus spannenden Verlauf der Präsidiumswahlen beim Deutschen Ringertag vor zwei Wochen gibt es jetzt schon zahlreiche Fragen, wie es nach der Wahl von Jens-Peter Nettekoven zum neuen Ringerchef bei den deutschen Ringern weitergeht.


Unser Redaktionsmitglied Jörg Richter sprach mit dem neugewählten Präsidenten Jens-Peter Nettekoven. 
Die Präsidiumswahlen beim Deutschen Ringertag konnten nicht spannender verlaufen, wie hast du das Voting erlebt ?Jens-Peter Nettekoven: "Wie alle anderen im Saal auch, mit großer Spannung. Dass es knapp wird, konnte man im Vorfeld ahnen, aber dreimal 34:34, das war schon ein Herzschlagfinale. Aber es war auch vergleichsweise wie ein Marathon, auf den du dich so lange vorbereitet hast, dann willst du auch ins Ziel kommen. Ich wollte DRB-Präsident werden und bin es nun auch geworden".


Das Losverfahren wurde durch ein Vieraugengespräch verhindert, dass jedoch recht schnell- und mit einem überraschenden Ausgang endete, wie ist deine Reaktion auf den Rückzug von Klaus Johann ?Jens-Peter Nettekoven: "Wir wollten das Losverfahren mit einer Übereinkunft verhindern, ich hatte ihm angeboten, dass jeder zwei Jahre den Vorsitz hat, wir uns also in die vierjährige Amtszeit hinein teilen. Als Klaus Johann daraufhin sagte, dass er seine Kandidatur zurückzieht, war es für mich wie beim 34:34, ich war überrascht, es war wie im Film".


Der Haushaltsplan 2022 nicht bestätigt, das alte Präsidium nicht entlastet, übernimmt das neugewählte Präsidium einen Scherbenhaufen ?

Jens-Peter Nettekoven: "Nein, aber es konnten viele Fragen im Vorfeld nicht beantwortet werden, Rechtsstreitigkeiten sind noch im Orbit. Es wurde der Antrag auf Entlastung gestellt, doch die Landesorganisationen wollten dem neuen Präsidium keine Altlasten überstülpen, daher erfolgte die Entlastung des alten Präsidiums nicht. Jetzt müssen wir uns Übersicht verschaffen, der Haushaltsplan 2022 muss neu erstellt werden. Da sind wir jetzt dran, müssen aber auch die Rechtsstreitigkeiten berücksichtigen, daher sollten auch dort Mittel zurückgestellt werden".


Was sind die vorrangigsten Aufgaben des neuen Präsidiums ?


Jens-Peter Nettekoven: "Im Grunde genommen will ich die 'schönste Sportart der Welt' noch schöner machen, die Digitalisierung steht in unserem Fokus, doch die wohl größte Aufgabe ist, die Landesverbände zurück ins Boot zu holen und Transparenz zu schaffen. Dafür werde ich mich dreimal im Jahr mit den LO's treffen, ich will die Aufgabengebiete wie Nominierungen, Vergabe von Meisterschaften, Finanzen, so transparent wie möglich machen, mir aber auch die Sorgen und Nöte aus den Ländern anhören. Die erste Runde plane ich im Februar 2022, da freue ich mich schon darauf". 


Im Vorfeld der Wahlen warst du in Deutschland unterwegs, hast dich vorgestellt, mit den Funktionären gesprochen, war das ein erster Schritt auf die Landesorganisationen zu ?

Jens-Peter Nettekoven: "Ja, ich war in fast allen Bundesländern unterwegs, bin in den letzten Monaten fast 4000 Kilometer zwischen Brandenburg und Südbaden gefahren, habe über meine Ziele gesprochen, aber auch zugehört. Ich bin mit vielen Informationen zur Jahrestagung gefahren, habe für mein Team gekämpft". 


Der Deutsche Ringer- Bund hat in den vergangenen Jahren vieles vorgegeben, die Landesorganisationen wurden dabei kaum gefragt, deine Mannschaft wurde nun komplett gewählt, jetzt heißt es in allen Referaten vor allem, das in den vergangenen Jahren verlorene Vertrauen neu schaffen ?

Jens-Peter Nettekoven: "Die Vizepräsidenten und Referatsleiter sind dafür gewählt, dass sie ihre Arbeit machen. Ich stehe für Anfragen zur Verfügung, möchte aber schon, dass jeder auf seinem Gebiet eigenständig tätig ist. So zum Beispiel, dass der Vizepräsident Sport mit dem Sportdirektor und den Bundestrainern zusammenarbeitet. Wenn einer alles alleine macht, dann brauche ich kein Präsidium und keinen Vorstand mehr und das ist nicht abbildbar. Wenn das Jugendreferat mit einem Vorschlag zu mir kommt, dann machen wir das so und werden nach einiger Zeit sehen, ob die Idee greift, oder eben nicht. Der Jugendreferent ist derjenige, der alles umsetzen muss, das Präsidium gibt dazu vielleicht noch einige Hinweise. Das zeigt mir, dass wir kompetente Leute in den Referaten haben, die sich Gedanken machen, ein Konzept haben und es auch umsetzen".


Die Bundesliga läuft gerade noch so, alle anderen Ligen, sowie Pokalwettkämpfe und Einzelmeisterschaften sind coronabedingt abgesagt, ein schwieriger Start deutet sich an ?

Jens-Peter Nettekoven: "Das macht mir große Sorgen, wenn ich mir den Anstieg der Inzidenzen ansehe und man Zuschauer aus den Arenen verbannen muss. Ringen ist Familiensport, da kommen die Eltern, Großeltern, Onkel und Tante zu den Kämpfen in die Ringerhallen und dieses Familiäre macht den Ringkampfsport aus. Wir werden versuchen, die Bundesliga zu Ende zu bekommen und da ist der Vizepräsident für Bundesligaangelegenheiten Manuel Senn auch dran, steht auch mit den Vereinen im Dialog. Im letzten Jahr wurde schon kein Mannschaftsmeister ermittelt, wir hoffen, dass wir am Ende dieser Saison ein Team krönen können".


Eine Frage zur Person Nettekoven: Landtagsabgeordneter, damit verbunden eine Vielzahl gesellschaftlicher Verpflichtungen, Bundeswehrsoldat und Familienvater - ist das alles mit der Präsidentschaft eines Verbandes unter einen Hut zu bekommen ?

Jens-Peter Nettekoven: "Das geht, wenn man eine Familie hat, die einem für Beruf und Ehrenamt die volle Rückendeckung gibt.

Klar muss man auch Opfer bringen, wenn man das eine, oder andere Wochenende mal mit der Familie haben möchte, doch wenn man ein Amt annimmt, muss man es eben auch am Wochenende ausfüllen. Ich habe mit meiner Frau alles besprochen, sie ist meine beste Beraterin. Erfahrungen konnte ich ja auch schon als Präsident des Ringer- Verbandes Nordrhein-Westfalen sammeln, schließlich freut man sich in den Vereinen auch, wenn der Präsident bei den Wettkämpfen und Veranstaltungen erscheint. Es gibt viele Videokonferenzen, Telefonate, die man jetzt führen muss, das alles geht, man muss sich die Zeit eben gut einteilen".


Die Vorhaben kosten natürlich auch Geld, die Verbände und Vereine sollen möglichst entlastet werden, woher sollen die finanziellen Mittel dann kommen ?

Jens-Peter Nettekoven: "Öffentlichkeitsarbeit, Marketing und Vermarktung ist ein sehr wichtiger Punkt, ich finde das wir mit den drei Medaillen bei den Olympischen Spielen viel für eine positive Außendarstellung des deutschen Sportes insgesamt getan haben, doch wir vermarkten uns hier leider nicht gut genug und wir sollten darüber nachdenken, aktuelle Themen in den sozialen Medien möglichst zeitnah wiederzugeben. Ich bin mir sicher, dass sich hier ein kompetentes Team auf die Beine stellt, das diese Aufgaben übernimmt. Wir haben großartige, sportliche Erfolge zu bieten, doch wenn wir darüber nicht berichten, dann sind wir für unsere Fans und Sponsoren nicht interessant. Doch man kann jetzt schon bemerken, dass hier ein neuer Wind weht". 

Autor: Jörg Richter

Foto: Kadir Caliskan / DRB

Ringen / Weltmeisterschaften der Junioren vom 16.-22.8.2021 in Ufa (RUS) 

Ufa  - Nur kurz war das Aufatmen nach den Olympischen Spielen 202One in Tokio, Analysen und Statistiken gingen durch die Medien mit dem Unterton; die wenigsten Medaillen seit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Verbände 1990 eingefahren zu haben. 
Den Deutschen Ringer- Bund traf die Kritik der Medien über die Medaillenbilanz nicht, denn mit einmal Gold und zweimal Bronze hatten die Ringer und Ringerinnen das Ziel klar übererfüllt.Doch einige der deutschen Spitzenringer-, darunter auch Aline Rotter-Focken und Frank Stäbler beenden ihre internationale Laufbahn und der Blick geht hin zu den Altersklassen der Junioren- und U-23. Wer kann in deren Fußstapfen treten ?
Und da kommt die Junioren-Weltmeisterschaft vom 16. bis 22. August in Ufa (RUS) gerade recht, um den derzeitigen Leistungsstand des deutschen Nachwuchses im Weltmaßstab zu überprüfen. Nachwuchs-Bundestrainer Marcel Ewald (Freistil) schickt in Ufa fünf junge Athleten auf die vier ausgelegten Matten in der Ufa-Arena, sein Zwillingsbruder Christoph, der sich für den weiblichen Nachwuchs verantwortlich zeigt, nominierte vier junge Damen für die Weltmeisterschaftskämpfe, Maik Bullmann setzt mit sechs Griechisch-Römisch-Spezialisten am kommenden Wochenende den Schlusspunkt hinter die Weltmeisterschaften der Junioren.
Nominierungen: Juniorinnen62 kg: Luisa Scheel68 kg: Sophia Schäfle72 kg: Lilly Schneider76 kg: Laura Kühn
Greco55: kg Georgios Scarpello67: kg Aaron Bellscheidt72: kg Samuel Bellscheidt82: kg KevinGremm87: kg Lucas Lazogianis97: kg Anton Vieweg
Freistil70 kg: Simon Monz74 kg: Stas David Wolf79 kg: Richard Schröder86 kg: Joshua Morodion92 kg: Johannes Mayer

Zeitplan:Montag, 16.08.202111.00-15.00 Uhr Qualifikation 57-65-70-79-97 kg - Freistil18.00-19.30 Uhr Halbfinale 57-65-70-79-97 kg - Freistil
Dienstag, 17.08.202111.00-15.00 Uhr Qualifikation 61-74-86-92-125 kg - Freistil11.00-15.00 Uhr Hoffnungsrunde 57-65-70-79-97 kg - Freistil16.00-16.30 Uhr Eröffnung16.45-17.45 Uhr Halbfinale 61-74-86-92-125 kg - Freistil18.00-20.30 Uhr Finals 57-65-70-79-97 kg - Freistil
Mittwoch, 18.08.202111.00-14.00 Uhr QualifiKation 50-55-59-68-76 kg - weibl. Rk11.00-14.00 Uhr Hoffnungsrunde 61-74-86-92-125 kg - Freistil16.45-17.45 Uhr Halbfinale 50-55-59-68-76 kg - weibl. Rk18.00-20.30 Uhr Finals 61-74-86-92-125 kg - Freistil
Donnerstag, 19.08.202111.00-14.00 Uhr Qualifikation – 53-57-62-65-72 kg - weibl. Rk11.00-14.00 Uhr Hoffnungsrunde 50-55-59-68-76 kg - weibl. Rk16.45-17.45 Uhr Halbfinale 53-57-62-65-72 kg - weibl. Rk18.00-20.30 Uhr Finals 50-55-59-68-76 kg - weibl. Rk
Freitag, 20.08.202111.00-15.30 Uhr Qualifikation 55-63-77-87-130 kg - GR11.00-15.30 Uhr Hoffnungsrunde 53-57-62-65-72 kg - weibl. Rk16.45-17.45 Uhr Halbfinale 55-63-77-87-130 kg - GR18.00-20.30 Uhr Finals  53-57-62-65-72 kg - weibl. Rk
Samstag, 21.08.202111.00-15.30 Uhr Qualifikation 60-67-72-82-97 kg - GR11.00-15.30 Uhr Hoffnungsrunde 55-63-77-87-130 kg - GR16.45-17.45 Uhr Halbfinale  60-67-72-82-97 kg - GR18.00-20.30 Uhr Finals 55-63-77-87-130 kg - GR
Sonntag, 22.08.202116.00-17.45 Uhr Hoffnungsrunde 60-67-72-82-97 kg - GR18.00-20.30 Uhr Finals 60-67-72-82-97 kg – GR

Autor: Jörg Richter

Foto: United World Wrestling

Ringen / Olympische Spiele in Tokio 

Tokio – Die olympische Flamme in Tokio ist erloschen, nun ist es an den Fans, ihre Lieblinge feierlich zu empfangen aber auch an den Sportwissenschaftlern, Journalisten, Historikern und Statistikern, die Ergebnisse von Tokio auszuwerten. Freude herrscht dabei vor allem bei den Ringern, die mit einmal Gold und zweimal Bronze das beste Ergebnis seit 1992 und 1996 einfuhren. Den Wettkämpfen folgten mehrere, schlaflose Nächte für die Athleten, Jubel und Freude über das Erreichte und ein langer Heimflug, auf dem zahllose Glückwünsche beantwortet wurden. Zu Hause wurden die Ringer großartig empfangen, so waren gefühlt ganz Musberg und Triberg auf den Beinen, der Sturm der Begeisterung war grandios, Ringen im Rampenlicht der Öffentlichkeit und auch die großen Medien kamen nicht umhin, Lobesworte an die Ringer zu vergeben und Videosequenzen zu zeigen. 
1992 in Barcelona war es Maik Bullmann der olympisches Gold gewann, Heiko Balz und Rifat Yildiz brachten Silber für den Deutschen Ringer- Bund aus Spanien mit nach Hause. Vier Jahre später war es erneut Maik Bullmann, der das olympische Turnier in Atlanta auf dem Bronzerang seiner Gewichtsklasse beendete, Thomas Zander gewann Silber, Freistilspezialist Arwat Sabejew holte wie Bullmann Bronze. 2008 brachte Mirko Englich eine Silbermedaille aus Peking wieder mit nach Hause, 2016 kämpfte sich Denis Kudla in Rio auf den Bronzeplatz seiner Gewichtsklasse.
Doch nun in Tokio, coronabedingt ein Jahr nach dem eigentlichen Termin, holte Aline Rotter-Focken historisches Olympiagold, als erste deutsche Ringerin katapultierte sie sich auf das oberste Treppchen. Frank Stäbler erkämpfte nach der Tortur der Gewichtsreduzierung um 8 Kilo, mit einer einzigartigen Energieleistung Bronze und Denis Kudla sorgte nach Bronze in Rio nun auch in Tokio für einen Bronzerang, wiederholte damit diese großartige, olympische Leistung. 
Doch auch Freistilspezialist Gennadij Cudinovic stand kurz vor einer Sensation, scheiterte nur knapp am Einzug ins Halbfinale. Nicht vergessen werden sollten Etienne Kinsinger, Eduard Popp und Anna Schell, die das gleiche Pensum absolvierten, aber am Ende keine Medaille erkämpfen konnten. 
Angesichts des schweren Qualifikationsmodus, bei dem nur noch 16 Starter je Gewichtsklasse das olympische Turnier bestreiten dürfen, stellt sich die Frage, wie die deutschen Athleten inmitten der Weltklasseathleten den Sprung auf das Podium schafften. Diese Frage beantworteten Aline Rotter-Focken, Frank Stäbler und Denis Kudla selbst; es war jahrelanges, zielgerichtetes Training auf diesen Punkt, hin zum olympischen Traum. Es waren viele Helfer, Trainer, aber auch Familie und Freunde, die ein Teil des Erfolges wurden, denn das ganze Leben der Athleten ist auf dieses olympische Turnier abgestimmt, alles andere blieb untergeordnet. Dazu die mentale Stärke, sich immer wieder auf das Wesentliche zu fokussieren und das Ziel im Auge zu behalten, beim täglichen Training, bis hin zum Tagesablauf mit Essen und Schlafen. 
Die Erfolge des 7-köpfigen Athletenteams ihrer Trainer und Betreuer sollte dem Ringkampfsport in Deutschland insgesamt neuen Schwung verleihen, angefangen bei jungen Talenten, die den Weg in die Ringerhallen finden sollten, bis hin zu Athleten, die bereits in den Spuren der Medaillengewinner von Tokio stehen.
Nach den Spielen ist vor den Spielen: Aline Rotter-Focken und Frank Stäbler beenden ihre internationale Laufbahn, wer folgt ihnen nach ? Wer könnte in den Startlisten für Paris 2024 stehen ? In drei Jahren werden bei den Weltmeisterschaften 2023 im russischen Krasnojarsk die ersten Fahrkarten für das olympische Turnier in der französischen Hauptstadt vergeben. 
Der Blick von Frank Stäbler ging beim Interview des SWR am Sonntagabend noch weiter zurück, bis zu den Wurzeln: ‚… warum sollte ein Kind Ringer, oder Ringerin werden‘ ? Stäbler: „Weil Ringen die beste Schule für das Leben ist, Ringen verkörpert einfach alles, man lernt Beweglichkeit, Ausdauer, Schnelligkeit und Kraft – und selbst wenn man später mal nicht im Ringkampfsport bleibt, man hat sich die Tugenden angeeignet, es ist die ultimative, allseitige Ausbildung, Ringer sind ‚Allrounder‘. Darüber hinaus schärft Ringen den Kopf, man lernt Disziplin, aber auch das Miteinander, sowie den Respekt vor dem Gegner“. 
Dem ist wohl nichts hinzuzufügen, der Blick geht nun nach Paris, wo die nächsten Olympischen Spiele stattfinden werden, dort hoffentlich wieder mit Publikum und grandioser Stimmung in den Stadien und Arenen der französischen Hauptstadt.

Jörg Richter
Fotos: UWW / Kadir Caliskan

Ringen / Weltmeisterschaft der Kadetten vom 19. bis 25. Juli 2021 in Budapest (HUN) 

Budapest – Die Weltmeisterschaften der Kadetten sind beendet, die Generation der Olympischen Spiele in Brisbane (AUS) 2032 hat ihre Visitenkarte abgegeben. Einige Nationen wießen wie schon in den vergangenen Jahren ihre gute Nachwuchsarbeit nach. Im Freistil siegte Indien in der Mannschaftswertung, vor den USA, Russland und dem Iran. Im weiblichen Bereich drehte sich das Blatt zugunsten der US-Girls, die vor Indien die Nationenwertung gewannen. Russland und die Türkei folgten auf den Rängen drei und vier. 


Griechisch-Römisch-Spezialisten setzten Schlusspunkt bei der Kadetten-WM 


Nachdem die Schweiz bei den jungen Damen über Silber durch Svenja Jungo und einen 5. Platz, den Annatina Luppiner erzielte jubeln konnte, kamen im letzten Drittel der Titelkämpfe auch die deutschen Ringer im griechisch-römsichen Stil zu Medaillenehren. Schwergewichtler Nikita Ovsjanikov (110 kg) katapultierte sich bis ins Finale und gewann am Ende die Silbermedaille. Den Kampf um den Weltmeistertitel verlor Ovsjanikov gegen den russischen Ringer Daniil Chasovnikov in einer Neuauflage des EM-Finals vor einigen Wochen, mit 0:9 Punkten, noch vor Ablauf der vierminütigen Kampfzeit.


Auf den Weg ins Finale bezwang der Schützling von DRB-Bundestrainer Maik Bullmann zunächst James Mullen III (USA) mit 7:2 Punkten im Achtelfinale. Eine Runde später warf Ovsjanikov Lyova Sargsyan (ARM) mit einem 8:5-Punktsieg aus dem Rennen und im Halbfinale setzte sich der DRB-Ringer gegen Artur Boichuk (UKR) mit 11:0, durch technische Überlegenheit durch. Im Finale war Nikita Ovsjanikov zwar chancenlos, dennoch kann sich der deutsche Ringer nach grandioser Turnierleistung über WM-Silber freuen.
Im gleichen Limit bis 110 Kilo trat der Österreicher Leonhard Junger an. Der ÖRSV-Schwergewichtler bot Lyova Sargsyan (ARM) einen großen Kampf, der allerdings mit 1:4 Punkten an den Armenier ging. Da Sargsyan das Finale verfehlte, konnte Leonhard Junger auch nicht mehr über die Hoffnungsrunde erneut ins Kampfgeschehen eingreifen.


Einen kurzen Auftritt hatte der Schweizer Fritz Reber (65 kg) in Budapest, der gegen Artur Jeremejev  (EST) mit 0:9 Punkten unterlag und ausschied, da der Este das Finale verfehlte. Bis an die Medaillenränge heran kämpfte sich DRB-Ringer Eugen Schell, der im Achtelfinale Krasimir Kostov (BUL) mit 6:2 Punkten aus dem Rennen warf. Eine Runde später dann das vorläufige Aus für Schell, der gegen den Kirgisen Razzak Beishekeev mit 2:6 den Kürzeren zog. Der starke Kirgise zog ins Finale ein und ebnete damit den Weg für Eugen Schell in die Hoffnungsrunde. Dort musste der DRB-Ringer erneut eine Niederlage quittieren, gegen Bagdat Sabaz (KGZ) verlor Schell mit 1:5 Punkten und schied damit endgültig aus dem Turnierverlauf aus. 
Die Mannschaftswertung im griechisch-römischen Stil war fest in europäischer Hand, hier gewann Georgien den Pokal vor der Ukraine und Russland. Kyrgistan, Iran und Aserbaidschan folgten auf den Rängen vier bis sechs. Der Blick der Ringer geht nun endgültig nach Tokio, wo am 1. August die Wettkämpfe der Ringer starten.

Autor: Jörg Richter

Foto: United World Wrestling

Ringen / Weltmeisterschaft der Kadetten vom 19.-25.7.2021 in Budapest (HUN) 
Svenja Jungo (SUI) holt WM-Silber 


Budapest – Im Schatten der Olympischen Spiele, die am vergangenen Donnerstag eröffnet wurden, laufen die Weltmeisterschaften der Kadetten im Ringen weiter, die vom 19. bis 25. Juli in Budapest (HUN) ausgetragen werden.Im weiblichen Bereich hatten vor allem die Schweizer Grund zum Jubel, denn Svenja Jungo ( 49 kg) holte nach Bronze bei den Europameisterschaften in Samokov (BUL) nun WM-Silber. Im Finale unterlag die Ringerin aus der Schweiz gegen Mariia Yefremova (UKR), die sich nach dem EM-Titel nun Gold bei den Weltmeisterschaften sicherte. 

Auf dem Weg ins Finale warf Svenja Jungo die Italienerin Fabiana Rinella im Achtelfinale durch einen Schultersieg aus dem Rennen, im Viertelfinale bezwang sie Delia Vouculescu (ROU) mit einem knappen 2:2-Punktsieg, bedingt durch die höhere Punktwertung. Im Halbfinale setzte sich Svenja Jungo mit 8:6 gegen US-Girl Audrey Jimenez durch und stand damit im Finalduell gegen die überragende Ukrainerin Yefremova. WM-Silber am Ende für eine überragende Turnierleistung der jungen Schweizerin.Und fast wäre den Ringerinnen aus der Schweiz noch ein zweiter Coup gelungen, denn Annatina Lippuner (53 kg) gewann ihr Achtelfinalduell gegen die Schwedin Johanna Meggerle noch vor Ablauf der vierminütigen Kampfzeit mit 13:2 durch technische Überlegenheit und legte im Viertelfinale gleich noch einen Schultersieg gegen Kriszta Kafai (ROU) nach. Im Halbfinale wurde der Sturmlauf der Ringerin aus der Schweiz von der Europameisterin Natalia Khramenkova (RUS) mit 6:11 Punkten gestoppt. Der Faden war gerissen, auch das kleine Finale um Bronze ging gegen Alina Filipovych (UKR) verloren, Platz 5 damit für die kampfstarke Annatina Lippuner. 


Im gleichen Limit wie die Schweizer Ringerin Svenja Jungo kämpfte sich die Österreicherin Sarah Lins, nach einem Achtelfinalsieg über die Griechin Evdora Papdopoulou und einer Niederlage, die sie im Viertelfinale gegen Audrey Jimenez (USA) quittieren musste, auf einen achtbaren 8. Platz. Emilia Hartmann (61 kg) verlor in der Qualifikation gegen Korina Blades (USA) und schied aus, da das US-Girl das Finale nicht erreichte. 


Nachdem die deutschen Freistilringer ohne einen einzigen Sieg zurück nach Hause fuhren, waren auch die Kadettinnen um Bundestrainer Christoph Ewald nicht mit Fortune im Bunde und blieben in teilweise sehr starken Teilnehmerfeldern sieglos.Martha Frank (46 kg), die bei den diesjährigen Europameisterschaften in Samokov noch Silber gewann, unterlag im Auftaktduell in einer Neuauflage des EM-Finals gegen Europameisterin Millena Vinogradova (RUS) mit 2:12 Punkten. Doch auch die russische Ringerin fand nur eine Runde später in Aida Alzhanova (KAZ) ihre Meisterin und verpasste damit ein mögliches Finale. Damit konnte Martha Frank auch nicht mehr über die Hoffnungsrunde neu ins Kampfgeschehen eingreifen.


Auch für Naemi Leistner (53 kg) kam das WM-Aus gleich nach dem ersten Duell, dass gegen die frischgebackene Vize-Europameisterin Tuba Demir (TUR) mit 2:3 Punkten nur knapp verloren ging.Luna Rothenberger (61 kg) trat im Achtelfinale gegen Steluta Subtirica (ROU) an. Dieses Duell ging mit 5:10 Punkten an die Rumänin, die wiederum ihr Viertelfinalduell verlor. Damit konnte auch Luna Rothenberger nicht mehr über die Hoffnungsrunde neu ins Kampfgeschehen eingreifen. Auch im schwersten Limit bis 73 Kilo gab es für Sidney Bogun nichts zu holen. Die deutsche Ringerin, die wie Luna Rothenberger wegen einer Coronainfektion nicht an der Europameisterschaft in Samokov teilnehmen konnte, traf im Viertelfinale gleich auf die  Europameisterin Maria Akulnicheva (RUS), von der sie beim Stand von 1:8 auf beide Schultern gedrückt wurde.

Hatte man im deutschen Lager gehofft, dass die russische Ringerin das Finale erreicht, doch Maria Akulnicheva unterlag im Halbfinale gegen Priya (IND) klar mit 0:9. Damit war auch für Sidney Bogun der Weg über die Hoffnungsrunde versperrt. 
Das letzte Drittel der Kadetten-Weltmeisterschaft von Budapest gehört den Griechisch-Römisch-Ringern, die dann am Sonntagabend den Schlusspunkt hinter diese Titelkämpfe setzen, wenn dass der Blick der Ringerfamilie endgültig nach Tokio geht. 


Auto: Jörg Richter
Fotos: UWW/Martin Gabor und Kadir Caliskan

Ringen / DRB-Kaderturnier in Hösbach 


Hösbach – Nachdem die diesjährigen Deutschen Meisterschaften der Männer in Frankfurt(O.) im Freistil und in Düren-Merken im griechisch-römischen Stil coronabedingt abgesagt wurden, riefen die Bundestrainer ihre Kaderathleten am vergangenen Wochenende in Hösbach zusammen, um sich einen Überblick über deren derzeitigen Leistungsstand zu verschaffen. Der Blick von Jürgen Scheibe (Freistil) und Michael Carl (griechisch-römischer Stil) war dabei bereits auf die Zeit nach den Olympischen Spielen in Tokio gerichtet, denn im Oktober steht in Oslo (NOR) auch noch eine Weltmeisterschaft der Männer und Frauen an.
Der Samstag gehörte im Kultur- und Sportpark Hösbach den Freistilringern, wo sich der um ein Limit nach oben gekletterte Alexander Semisorov (70 kg/RV Rümmingen 06) und Achmed Dudarov (86 kg/SVG Weingarten) in ihren Gewichtsklassen durchsetzten. Semisorov gewann das Finale gegen Shamil Ustaev vom ASV Schorndorf, Dudarov bezwang Lars Schäfle (RKG Freiburg 2000) im Kampf um die Goldmedaille. In der leichtesten Kategorie (61 kg) behielt Nico Megerle vom ASV Urloffen) im Finalduell gegen Victor Lyzen (KSV Köllerbach) die Oberhand, eine Gewichtsklasse höher (65 Kilo) setzte sich Leon Gerstenberger vom AC Wurmlingen durch, der erst kürzlich die deutschen Farben bei den Europameisterschaften der Junioren in Dortmund vertrat. David Brenn (KSV Tennenbronn) und Valentin Seimetz (KSV Köllerbach) landeten hinter dem Zweitplatzierten Magomed Kartojev (SC Oberölsbach) auf den Bronzerängen. 
Umkämpft war die Klasse bis 70 Kilo, wo sich Baba-Jan Ahmadi (TSV Dewangen) durchsetzte. Lennard Wickel (1. Luckenwalder SC) gelang mit Rang zwei ein sehr gutes ‚Comeback’ im nationalen Geschehen, Kubilay Cakici (RWG Mömbris-Königshofen) und Kevin Henkel, der wie Baba-Jan Ahmadi vom TSV Dewangen kommt, belegten dritte Ränge.Keine Chance ließ Ahmed Bilici im Limit bis 92 Kilo seinen beiden Gegnern Ilja Matuhin (1. Luckenwalder SC) und Abdulla Adigüzel (KSV Allensbach). Im Kampf um Silber setzte sich der Luckenwalder Matuhin durch. Bilici hatte im Vorjahr in Hallbergmoos geheiratet und sich dem Aufsteiger AV Germania Markneukirchen angeschlossen, In diesem Jahr unterschrieb er beim RSV Rotation Greiz.Im schwersten Limit bis 97 Kilo (die Kategorie bis 125 kg blieb unbesetzt) gewann Wladimir Remel (ASV Mainz 88) vor Oliver Kock (1. Luckenwalder SC) und Yusuf Senigit (SV Johannis Nürnberg), die Silber und Bronze holten.

Bei den Griechisch-Römisch-Spezialisten machten dann am Sonntag viele junge Athleten den ‚gestandenen Ringern‘ ordentlich Druck, sehr zur Freude von Bundestrainer Michael Carl und DRB-Sportdirektor Jannis Zamanduridis.  Dennoch behauptete Fabian Schmitt seine Vorherrschaft im leichtesten Limit bis 60 Kilo. Im Duell um Silber und Bronze lieferten sich Daniel Layer (SVG Nieder-Liebersbach) und der junge, aufstrebende Steven Ecker (SV Warnemünde) einen harten Kampf, den Layer knapp gewann. Ein Duell, dass spannender nicht sein konnte, gab es eine Kategorie höher (63 kg), wo sich Christopher Krämer (TSV Westendorf) mit einem fulminanten Endspurt gegen Abdolmohammed Papi (KSV Musberg) gewann, einem iranischstämmigen Ringer, der Frank Stäbler seit geraumer Zeit als Trainingspartner zur Verfügung steht. Krämer hingegen nach seiner Verletzungspause wieder fit !
Wer wird Nachfolger von Weltmeister Frank Stäbler im Limit bis 67 Kilo ? Am Ende setzte sich Andrej Ginc durch, der beim SAV Torgelow mit dem Ringen begann, am Bundesstützpunkt Frankfurt(O.) auf internationale Meisterschaften vorbereitet wird. Nils Buschner (KSV Pausa) gewann Silber, Pascal Hilkert (KSV Sulzbach) und der junge Robert Schröder (Roter Stern Sudenburg/Magdeburg) holten nach spannenden Begegnungen im kleinen Finale Bronzemedaillen. 
Seinen wohl schwersten Kampf bestritt Maximilian Schwabe (72 kg/KSV Pausa) in der Vorrunde, wo er auf Niklas Ohff (FC Erzgebirge Aue) traf. Ein Fehler des Erzgebirgers brachte Schwabe auf die Siegerstraße, der alle anderen Begegnungen souverän für sich entschied. Maximilian Simon (SV Weißwasser) gewann die Silbermedaille, Niklas Ohff und Witas Behrend (Roter Stern Sudenburg/Magdeburg) erhielten bei der Siegerehrung Bronzemedaillen.Ein internes Vereinsduell des SV Wacker Burghausen gab es in der Gewichtsklasse bis 77 Kilo, zwischen dem Bronzemedaillengewinner der U-23-EM von Skopje 2021 Idris Ibaev und dem WM-Fünften von Nur-Sultan 2019 Michael Widmayer. Ibaev gewann am Ende überraschend klar, Erik Löser (RSK Gelenau) erkämpfte Bronze. In der Gewichtsklasse bis 82 Kilo standen sich Roland Schwarz (SV Wacker Burghausen) und Marius Braun (KSV Musberg) im Finale gegenüber, Schwarz, der Vize-Europameister von 2019 setzte sich durch und erkämpfte die Goldmedaille.  Florian Neumaier (VfK Mühlenbach) fackelte in der Kategorie bis 87 Kilo nicht lange mit seiner Konkurrenz und wurde souverän Turniersieger. Julian Scheuer (SRC Laudenbach) und Riccardo Caricato (TSV Herbrechtingen) folgte auf den Plätzen zwei und drei. 
Peter Öhler (97 kg/VfK Mühlenbach) geriet nur in der ersten Runde des Finalduells gegen David Stumpe (KG Baienfurt) etwas unter Druck, doch im zweiten Kampfabschnitt setzte sich der Südbadener mit schönen Techniken im Bodenkampf durch und gewann verdient- und souverän Gold. Im schwersten Limit bis 130 Kilo nutzte Jello Krahmer (ASV Schorndorf) einen Fehler von Franz Richter (RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) zum klaren Vorsprung, den er im zweiten Kampfabschnitt clever verteidigte. Christian John (Eisenhüttenstädter RC) beendete das Kaderturnier der Griechisch-Römisch-Spezialisten auf dem Bronzerang.
Bundestrainer Michael Carl, der kurz vor dem Abflug zu den Olympischen Spielen nach Tokio stand, hat nun mit seinem Trainerstab die Aufgabe, eine Mannschaft für die Weltmeisterschaft im Oktober zu bilden, wobei der norwegische Verband Anfang August eine Entscheidung trifft, ob die Titelkämpfe in Oslo stattfinden können, oder ob man die Weltmeisterschaft coronabedingt an den Weltverband zurückgibt. Als Ersatzort steht Belgrad (SRB) bereit. 


Quelle:Jörg Richter

Ringen / Kadetten Europameisterschaften in Samokov (BUL) 14 – 20. Juni / Zusammenfassung GR
Dritte Medaille für den DRB durch Griechisch-Römisch-Ringer Samokov - Die letzten Kampftage der Kadetten-Europameisterschaft im bulgarischen Samokov gehörte den Griechisch-Römisch-Spezialisten. Durch Nikita Ovsjanikov gelang auch der deutschen Auswahl um Bundestrainer Maik Bullmann ein Medaillengewinn, nachdem die Freistilringer, aber auch die Kadettinnen jeweils einmal auf dem Siegerpodium standen.

Ovsjanikov stürmte im schwersten Limit ins Finale, auf dem Weg dorthin bezwang er in der Qualifikation Bartlomiej Figura (POL) souverän mit 13:1. Im Viertelfinale machte es Nikita Ovsjanikov gegen Artur Boichuk (UKR) beim knappen 8:6-Erfolg spannend, zog mit diesem Sieg jedoch ins Halbfinale ein, wo er Hasan Akalin (TUR) mit 4:2 bezwang. Im Finale dann die 3:5-Punktniederlage gegen Daniil Chasovnikov, wobei der russische Ringer nach der ersten Runde bereits 5:0 führte. Ovsjanikov drehte im zweiten Durchgang noch einmal auf, doch mehr als Ergebniskosmetik zum 3:5 ließ Chasovnikov nicht zu.

Eugen Schell (60 kg) schaffte den Sprung ins kleine Finale um Bronze, auf dem Weg dorthin gewann er seinen Achtelfinalkampf gegen Oleksandr Shkolnyi aufgrund einer verletzungsbedingten Aufgabe des Ukrainers, beim Stand von 5:0 für Schell. Im Viertelfinale verlor Eugen Schell gegen Levente Levai (HUN) mit 0:8, konnte jedoch in der Hoffnungsrunde weiterkämpfen, da der Ungar das Finale erreichte. Schell wurde gegen Pablo Munoz (ESP) kampflos zum Sieger erklärt und stand damit im kleinen Finale, das er gegen Iulian Lungu (ROU) mit 1:4 Punkten verlor. Platz 5 damit für den deutschen Ringer. 

Luca Moosmann (55 kg) startete mit einem 8:0-Sieg durch technische Überlegenheit gegen Mathias Martinetti (SUI) ins EM-Geschehen, musste dann jedoch im Achtelfinale eine 1:12-Niederlage gegen Farid Bakhishli (AZE) hinnehmen. Da der Aserbaidschaner das Finale erreichte, konnte Luca Moosmann über die Hoffnungsrunde erneut ins Kampfgeschehen eingreifen. Doch der DRB-Ringer unterlag dem Esten Juhan Kristjuhan mit 1:10 und schied damit endgültig aus. Auch für Henrik Roos (65 kg) war in der Hoffnungsrunde Schluss. Der DRB-Ringer gewann seinen Auftaktkampf gegen den Serben Jovan Miolski vorzeitig mit 11:2 Punkten, Roos musste jedoch im Viertelfinale eine knappe 5:7-Punktniederlage gegen Anri Putkaradze (GEO) hinnehmen. Der Georgier kämpfte sich ins Finale, damit stand Henrik Roos in der Hoffnungsrunde, wo er gegen Zakhar Yanevich (BLR) mit 0:9 vor Ablauf der vierminütigen Kampfzeit unterlag.

Sieg und Niederlage gab es für Jan Schwab (80 kg), der zunächst Csaba Szinay (HUN) mit 8:1 Punkten in die Schranken wieß, im Viertelfinale, nach einer 0:8-Niederlage gegen Sevak Baghramyan (ARM) selbst aus dem Rennen um eine EM-Medaille war. Das gleiche Los ereilte Samuel Santana (92 kg), der den Polen Sebastian Warchol mit 5:1 Punkten bezwang, seinen Viertelfinalkampf gegen Gor Ayvazyan (GEO) mit 0:9 verlor. Der Georgier unterlag im Halbfinale, verpasste damit den Endkampf um Gold, damit blieb der Weg für Samuel Santana in die Hoffnungsrunde verwehrt.

Nur einen Kampf bestritt Lucas Benzing (48 kg), der nach einer 2:9-Punktniederlage gegen Armen Gevorgyan (ARM) ausschied. Auch für Hauke Richter (51 kg) war nach seinem Auftaktduell gegen Dominik Partyka (POL) Schluss, der junge Freistilringer aus Weißwasser verlor den Kampf mit 2:9 Zählern. Ein schweres Los hatte Tom Stoll (71 kg) mit Ruslan Nurullayev gezogen. Der Aserbaidschaner, der am Tag darauf Bronze holte, gewann den Kampf in der Qualifikation gegen Stoll glatt mit 9:0, damit war der DRB-Ringer aus dem Rennen.

In der Endabrechnung gab es für die deutschen Kadetten bei den Europameisterschaften in Samokov (BUL) zweimal Silber und einmal Bronze, aber auch fünf 5. Plätze und sieben 7. Plätze, was nach langer trainings- und wettkampffreier Zeit als guter Neustart anzusehen ist. 

Platzierungen der deutschen Kadetten bei den Europameisterschaften in Samokov (BUL)

Freistil

48 kg: Jannis Rebholz 7. Platz

51 kg: Florian Richter 7. Platz

55 kg: Karamjeet Holstein 11. Platz

60 kg: Marcel Wagin 12. Platz

65 kg: Jeremy Weinhold 13. Platz

71 kg: Gregor Eigenbrodt 7. Platz

80 kg: Daniel Fischer 3. Platz

92 kg: Lenny Spiegel 7. Platz

110 kg: Ewald Stoll 7. Platz 

gr.-röm. Stil:

48 kg: Lukas Benzing 9. Platz

51 kg: Hauke Richter 13. Platz

55 kg: Luca Moosmann 7. Platz

60 kg: Eugen Schell 5. Platz

65 kg: Henrik Roos 10. Platz

71 kg: Tom Stoll 19. Platz

80 kg: Jan Schwab 10. Platz 

92 kg: Samuel Guerrero 8. Platz

110 kg: Nikita Ovsjanikov 2. Platz

Kadettinnen:

43 kg: Martha Frank 2. Platz

49 kg: Leonie Wolf 5. Platz 

53 kg: Oliwia Makuch 5. Platz

57 kg: Marie Trayer 7. Platz

65 kg: Vanja Gersak Perez 5. Platz

69 kg: Cassidy Richter 5. Platz

Platzierungen der Schweizer Kadetten bei den Europameisterschaften in Samokov (BUL)

gr.-rö. Stil 55 kg: Mathias Martinetti 17. Platz

65 kg: Saya Brunner 14. Platz

Kadettinnen

49 kg: Svenja Jungo 3. Platz 

53 kg: Annatina Lipuner 10. Platz  

Freistil

71 kg: Florian Bissig 16. Platz

80 kg: Noa Schwaller 14. Platz

Platzierungen der österreichischen Kadetten bei den Europameisterschaften in Samokov (BUL)

gr.-rö. Stil

65 kg: Linus Haeusle 23. Platz  

Kadettinnen 

49 kg: Sarah Lins 13. Platz

61 kg: Emilia Hartmann 13. Platz

Freistil

60 kg: Muhamed Bektemirov 18. Platz

65 kg: Alexander Seiwald 19. Platz

71 kg: Martin Ennemoser 14. Platz 

Autor: Jörg Richter

Foto: United World Wrestling (UWW)

Ringen / Kadetten Europameisterschaften in Samokov (BUL) 14 – 20. Juni

Samokov - Der Mittelteil der Kadetten-Europameisterschaft im bulgarischen Samokov gehörte den jungen Damen. 

Im Vorfeld der Titelkämpfe gab es im deutschen Lager einige Absagen, denn gleich mehrere Ringerinnen hatten sich bei der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung in Heidelberg das Coronavirus eingefangen und konnten die Reise nach Samokov gar nicht erst antreten. 

Doch jene Mädchen aus der DRB-Riege, die am Ende in Bulgarien auf der EM-Matte standen, viele davon erstmals bei einer internationalen Meisterschaft, kämpften verbissen um jeden Punkt. 

Im Limit bis 43 Kilo gelang Martha Frank vom ASV Mainz 88 der Sprung auf das Silbertreppchen. Im Finale unterlag die DRB-Ringerin gegen Millena Vinagradova (RUS). Tags zuvor hatte Martha Frank ihren Viertelfinalkampf gegen Eda Ersoy (TUR) durch Schultersieg gewonnen, im Halbfinale setzte sich die Ringerin aus Mainz gegen die Lokalmatadorin Krasimira Dimitrova (BUL) vorzeitig mit 11:0 (technische Überlegenheit) durch. 

Im Finalduell dann die Schulterniederlage gegen die russische Ringerin, die alle Kämpfe vorzeitig durch Schulter-, oder Überlegenheitserfolg gewonnen hatte. Doch auf dem Podium wich der Schmerz über die Finalniederlage schnell der Freude über EM-Silber. 

Zweimal knapp an Bronze vorbei schlitterten Leonie Wolf (49 kg) und Oliwia Makuch (53 kg), die am Ende mit 5. Rängen nach Deutschland zurückkehrten. Mit einem Sieg über Mariam Grigalashvili startete Leonie Wolf in das Turnier, wurde im Viertelfinale jedoch von Sevim Akbas (TUR) auf beide Schultern gedrückt. Die Türkin erreichte das Finale und so kämpfte Leonie Wolf in der Hoffnungsrunde weiter, wo sie Maeliss Rousselet (FRA) beim Stand von 6:2-Punkten auf beide Schultern drückte. Damit zog die DRB-Kadettin ins kleine Finale um Bronze ein. Gegen Svenja Jungo (SUI) musste sie allerdings eine 1:6-Niederlage einstecken. 

Auch Oliwia Makuch verlor den Kampf um Platz drei, noch in der ersten Runde wurde die junge DRB-Ringerin von der Weißrussin Volhar Hardzei auf beide Schultern gedrückt. Auf dem Weg ins kleine Finale bezwang Oliwia Makuch zunächst die Moldawierin Lina Nita mit 5:2 Punkten, unterlag dann aber im Viertelfinale Natalie Khramenkova (RUS) vorzeitig mit 0:10 Punkten. Die russische Ringerin setzte sich im Halbfinale durch, stand damit im Finale, Oliwia Makuch hingegen in der Hoffnungsrunde, wo sie am Folgetag Ludmilla Richterova (CZE) bezwang und damit ins kleine Finale einzog. 

Auch Vanja Perez (65 kg) scheiterte knapp an Edelmetall, im kleinen Finale unterlag die Ringerin aus der DRB-Riege um Bundestrainer Christoph Ewald gegen Aliaksandra Zhuk (BLR) nur hauchdünn mit 3:4. Nach der ersten Runde lag Vanja Perez mit 2:4 zurück, die 2. Runde brachte der DRB-Ringerin nur einen Punkt zum 3:4-Anschluss.

Vanja Perez startete mit einem 6:3-Sieg gegen Petra Aahlen (SWE) ins Turnier und behielt auch im Viertelfinale gegen Barbara Sere (ROU) mit 4:1 die Oberhand. Den Halbfinalkampf verlor sie gegen Daria Konstantynova (UKR) mit 0:6, die Ukrainerin zog ins Finale ein, die deutsche Ringerin in den Kampf um Bronze. 

Cassidy Richter (69 kg) startete mit einer 4:6-Niederlage gegen Karolina Jaworska (POL) in das Turnier. Da die Polin das Finale erreichte, stand Cassidy Richter aufgrund der günstigen Konstellation bereits im kleine Finale um Bronze. Auch dieser Kampf ging gegen Noemi Nagy (HUN) mit 0:4 verloren, Platz 5 damit auch für Cassidy Richter. 

Einmal Silber und vier fünfte Plätze, so die Ausbeute der jungen DRB-Damen in Samokov. 

Die Griechisch-Römisch-Spezialisten setzen am Wochenende des Schlusspunkt hinter die Titelkämpfe und auch hier erhofft sich der Deutsche Ringer- Bund einiges von den jungen Nachwuchsathleten, die in Bulgarien von Bundestrainer Maik Bullmann betreut werden.

Jörg Richter
Fotos: UWW

Ringen / Europameisterschaften der Kadetten (A-Jugend) in Samokov (BUL) 14 – 20 Juni 2021 - Freistil

Samokov - Das erste Drittel der Kadetten-Europameisterschaften ist vorüber, die jungen Freistilringer haben die Titelkämpfe hinter sich gebracht, die ersten Titel und Medaillen sind damit vergeben.

Aus deutscher Sicht konnte Daniel Fischer (80 kg) die einzige Medaille erkämpfen, der Ringer vom ASV Urloffen bezwang im kleinen Finale um Bronze den Italiener Gabriele Niccolini mit 9:6 Punkten.

In seinem Auftaktduell bezwang Fischer in einem äußerst spannenden Kampf den Türken Fatih Altunbas mit 5:4, der DRB-Ringer drehte das Ergebnis in den letzten Sekunden des Kampfes zu seinen Gunsten. Im Viertelfinale dann die 4:10-Niederlage gegen Oleksandr Mamrosh (UKR), der Ukrainer schaffte den Einzug ins Finale, holte sich am Folgetag auch den Titel. Daniel Fischer durfte in der Hoffnungsrunde weiterkämpfen, wo er Denis Chirika (ROU) mit 9:3 bezwang. Damit stieß er die Tür ins kleine Finale auf, aus dem er siegreich hervorging. 

Jannis Rebholz (48 kg) startete mit einem 7:2-Sieg über den Georgier Rezo Marsagishvili ins EM-Geschehen, war im Viertelfinale jedoch gegen Amal Dzhandubaev (RUS) beim 0:10 chancenlos. Der russische Ringer erreichte unangefochten das Finale und so konnte auch Jannis Rebholz in der Hoffnungsrunde neu ins Kampfgeschehen eingreifen. Dort unterlag er jedoch erneut, der DRB-Ringer schied nach einer 1:6-Niederlage gegen Serdzhan Yuseinov (BUL) endgültig aus. 

In Medaillennähe kämpfte sich auch Gregor Eigenbrodt (71 kg), der im Auftaktduell Robin Mikecz (SVK) mit 11:0 bezwang, im Achtelfinale auch Raul Caso (ITA) mit 9:2 Punkten aus dem Rennen warf. Erst im Viertelfinale wurde Eigenbrodt von Cengizhan Dogan (TUR) gebremst. 

Für Lenny Spiegel (92 kg) war nach einem Sieg über Konstantinos Tsaknakis (GRE) und einer Niederlage, die er gegen Yaroslav Lisniak (UKR) einstecken musste Schluss, einen Sieg und eine Niederlage hatte auch Florian Richter (51 kg) auf dem Konto. Er gewann die Qualifikation gegen Omer Jusufi (MKD), verlor das Viertelfinale gegen Tigran Buniatyan (ARM). Der Armenier verpasste den Einzug ins Finale, damit blieb Richter der Weg in die Hoffnungsrunde verwehrt. 

Mit schönen Beinangriffen warf Schwergewichtler Ewald Stoll (110 kg) seinen Kontrahenten Nikolae Stratulat (MDA) aus dem Rennen, im Viertelfinale verlor der DRB-Ringer gegen den russischen Schwergewichtler Ilia Zhibalov mit 1:11, konnte aber in der Hoffnungsrunde weiterkämpfen, da Zhibalov das Finale erreichte. In der Hoffnungsrunde unterlag der DRB-Ringer gegen Milan Gellen (HUN) und schied damit aus. 

Jeremy Weinhold (65 kg) gewann zunächst gegen den Tschechen Samuel Bystron, unterlag dann aber im Achtelfinale gegen Anushavan Barseghyan (ARM) und schied ebenso aus wie Marcel Wagin (60 kg) der sich zunächst gegen Magomed Tutaev (SWE) durchsetzte, aber dann gegen Giorgi Abulashvili (GEO) mit 0:3 Punkten in die Schranken gewiesen wurde.

Pech hatte der Leipziger Karamjeet Holstein (55 kg), der nach einer knappen 5:7-Niederlage gegen den Weißrussen Herbert Akapian gleich nach dem ersten Kampf die Segel streichen musste. 

Jörg Richter

Ringen / Europameisterschaften der Kadetten (A-Jugend)

‘Kaltstart’ für den deutschen Ringernachwuchs in Samokov (BUL) 

Samokov - Für den deutschen Ringernachwuchs geht es in der kommenden Woche, im bulgarischen Samokov in allen drei Stilarten um Europameisterschaftsmedaillen. 

Die Kadetten sind die Jüngste, bei internationalen Meisterschaften zugelassenen Altersklasse. Für viele der jungen Ringerinnen und Ringer wird es jedoch ein Kaltstart, denn zielgerichtetes Training war coronabedingt nur sehr eingeschränkt möglich, Wettkämpfe Mangelware. 

Die Nachwuchs-Bundestrainer trafen für ihre EM-Aufgebote nach einem internen Kaderturnier eine Vorauswahl, dass vor einigen Wochen am Stützpunkt in Heidelberg ausgetragen wurde, bei zentralen Trainingsmaßnahmen wurden die Mannschaften im Freistil, im griechisch-römischen Stil und bei den jungen Damen endgültig nominiert.

Samokov richtete bereits 2014 kontinentale Titelkämpfe der Kadetten aus, die deutschen Nachwuchsasse dürften gute Erinnerungen an diese bulgarische Ringerhochburg südlich von Sofia haben, Nicole Amann vom SC Anger gewann damals den Titel im schwersten Limit bis 70 Kilo, Johanna Meier holte in der leichtesten Gewichtsklasse bis 38 Kilo die Silbermedaille, während Viviane Herda (60 kg) Bronze mit nach Hause nahm. Im griechisch-römischen Stil eroberte Karan Mosebach (69 kg) EM-Silber und qualifizierte sich damit für die Olympischen Jugendspiele, wo er den vierten Rang belegte.

Eine ähnliche Ausbeute mit 4 Medaillen würde das deutsche Lager angesichts der einjährigen Wettkampfabstinenz sicherlich sehr freuen. 

Normierungen Kadetten Europameisterschaften in Samokov (BUL) 14 – 20 Juni

gr.-röm. Stil:

48 kg: Lukas Benzing

51 kg: Hauke Richter

55 kg: Luca Moosmann

60 kg: Eugen Schell

65 kg: Henrik Roos

71 kg: Tom Stoll

80 kg: Jan Schwab

92 kg: Samuel Guerrero

110 kg: Nikita Ovsjanikov

Freistil:

48 kg: Jannis Rebholz

51 kg: Teetje Richter

55 kg: Karamjeet Holstein

60 kg: Marcel Wagin

65 kg: Jeremy Weinhold

71 kg: Gregor Eigenbrodt

80 kg: Daniel Fischer

92 kg: Lenny Spiegel

110 kg: Ewald Stall

Kadettinnen:

43 kg: Martha Frank

49 kg:: Leonie Wolf

53 kg: Naemi Leistner

57 kg: Marie Trayer

61 kg: Luna Rothenberger

65 kg: Vanja Gersak Perez

69 kg: Cassidy Richter

73 kg: Sidney Bogun

Autor: Jörg Richter

Foto: Kadir Caliskan (UWW)

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