Ringen / Weltmeisterschaft der Kadetten vom 19.-25.7.2021 in Budapest (HUN) 
Svenja Jungo (SUI) holt WM-Silber 


Budapest – Im Schatten der Olympischen Spiele, die am vergangenen Donnerstag eröffnet wurden, laufen die Weltmeisterschaften der Kadetten im Ringen weiter, die vom 19. bis 25. Juli in Budapest (HUN) ausgetragen werden.Im weiblichen Bereich hatten vor allem die Schweizer Grund zum Jubel, denn Svenja Jungo ( 49 kg) holte nach Bronze bei den Europameisterschaften in Samokov (BUL) nun WM-Silber. Im Finale unterlag die Ringerin aus der Schweiz gegen Mariia Yefremova (UKR), die sich nach dem EM-Titel nun Gold bei den Weltmeisterschaften sicherte. 

Auf dem Weg ins Finale warf Svenja Jungo die Italienerin Fabiana Rinella im Achtelfinale durch einen Schultersieg aus dem Rennen, im Viertelfinale bezwang sie Delia Vouculescu (ROU) mit einem knappen 2:2-Punktsieg, bedingt durch die höhere Punktwertung. Im Halbfinale setzte sich Svenja Jungo mit 8:6 gegen US-Girl Audrey Jimenez durch und stand damit im Finalduell gegen die überragende Ukrainerin Yefremova. WM-Silber am Ende für eine überragende Turnierleistung der jungen Schweizerin.Und fast wäre den Ringerinnen aus der Schweiz noch ein zweiter Coup gelungen, denn Annatina Lippuner (53 kg) gewann ihr Achtelfinalduell gegen die Schwedin Johanna Meggerle noch vor Ablauf der vierminütigen Kampfzeit mit 13:2 durch technische Überlegenheit und legte im Viertelfinale gleich noch einen Schultersieg gegen Kriszta Kafai (ROU) nach. Im Halbfinale wurde der Sturmlauf der Ringerin aus der Schweiz von der Europameisterin Natalia Khramenkova (RUS) mit 6:11 Punkten gestoppt. Der Faden war gerissen, auch das kleine Finale um Bronze ging gegen Alina Filipovych (UKR) verloren, Platz 5 damit für die kampfstarke Annatina Lippuner. 


Im gleichen Limit wie die Schweizer Ringerin Svenja Jungo kämpfte sich die Österreicherin Sarah Lins, nach einem Achtelfinalsieg über die Griechin Evdora Papdopoulou und einer Niederlage, die sie im Viertelfinale gegen Audrey Jimenez (USA) quittieren musste, auf einen achtbaren 8. Platz. Emilia Hartmann (61 kg) verlor in der Qualifikation gegen Korina Blades (USA) und schied aus, da das US-Girl das Finale nicht erreichte. 


Nachdem die deutschen Freistilringer ohne einen einzigen Sieg zurück nach Hause fuhren, waren auch die Kadettinnen um Bundestrainer Christoph Ewald nicht mit Fortune im Bunde und blieben in teilweise sehr starken Teilnehmerfeldern sieglos.Martha Frank (46 kg), die bei den diesjährigen Europameisterschaften in Samokov noch Silber gewann, unterlag im Auftaktduell in einer Neuauflage des EM-Finals gegen Europameisterin Millena Vinogradova (RUS) mit 2:12 Punkten. Doch auch die russische Ringerin fand nur eine Runde später in Aida Alzhanova (KAZ) ihre Meisterin und verpasste damit ein mögliches Finale. Damit konnte Martha Frank auch nicht mehr über die Hoffnungsrunde neu ins Kampfgeschehen eingreifen.


Auch für Naemi Leistner (53 kg) kam das WM-Aus gleich nach dem ersten Duell, dass gegen die frischgebackene Vize-Europameisterin Tuba Demir (TUR) mit 2:3 Punkten nur knapp verloren ging.Luna Rothenberger (61 kg) trat im Achtelfinale gegen Steluta Subtirica (ROU) an. Dieses Duell ging mit 5:10 Punkten an die Rumänin, die wiederum ihr Viertelfinalduell verlor. Damit konnte auch Luna Rothenberger nicht mehr über die Hoffnungsrunde neu ins Kampfgeschehen eingreifen. Auch im schwersten Limit bis 73 Kilo gab es für Sidney Bogun nichts zu holen. Die deutsche Ringerin, die wie Luna Rothenberger wegen einer Coronainfektion nicht an der Europameisterschaft in Samokov teilnehmen konnte, traf im Viertelfinale gleich auf die  Europameisterin Maria Akulnicheva (RUS), von der sie beim Stand von 1:8 auf beide Schultern gedrückt wurde.

Hatte man im deutschen Lager gehofft, dass die russische Ringerin das Finale erreicht, doch Maria Akulnicheva unterlag im Halbfinale gegen Priya (IND) klar mit 0:9. Damit war auch für Sidney Bogun der Weg über die Hoffnungsrunde versperrt. 
Das letzte Drittel der Kadetten-Weltmeisterschaft von Budapest gehört den Griechisch-Römisch-Ringern, die dann am Sonntagabend den Schlusspunkt hinter diese Titelkämpfe setzen, wenn dass der Blick der Ringerfamilie endgültig nach Tokio geht. 


Auto: Jörg Richter
Fotos: UWW/Martin Gabor und Kadir Caliskan

Ringen / DRB-Kaderturnier in Hösbach 


Hösbach – Nachdem die diesjährigen Deutschen Meisterschaften der Männer in Frankfurt(O.) im Freistil und in Düren-Merken im griechisch-römischen Stil coronabedingt abgesagt wurden, riefen die Bundestrainer ihre Kaderathleten am vergangenen Wochenende in Hösbach zusammen, um sich einen Überblick über deren derzeitigen Leistungsstand zu verschaffen. Der Blick von Jürgen Scheibe (Freistil) und Michael Carl (griechisch-römischer Stil) war dabei bereits auf die Zeit nach den Olympischen Spielen in Tokio gerichtet, denn im Oktober steht in Oslo (NOR) auch noch eine Weltmeisterschaft der Männer und Frauen an.
Der Samstag gehörte im Kultur- und Sportpark Hösbach den Freistilringern, wo sich der um ein Limit nach oben gekletterte Alexander Semisorov (70 kg/RV Rümmingen 06) und Achmed Dudarov (86 kg/SVG Weingarten) in ihren Gewichtsklassen durchsetzten. Semisorov gewann das Finale gegen Shamil Ustaev vom ASV Schorndorf, Dudarov bezwang Lars Schäfle (RKG Freiburg 2000) im Kampf um die Goldmedaille. In der leichtesten Kategorie (61 kg) behielt Nico Megerle vom ASV Urloffen) im Finalduell gegen Victor Lyzen (KSV Köllerbach) die Oberhand, eine Gewichtsklasse höher (65 Kilo) setzte sich Leon Gerstenberger vom AC Wurmlingen durch, der erst kürzlich die deutschen Farben bei den Europameisterschaften der Junioren in Dortmund vertrat. David Brenn (KSV Tennenbronn) und Valentin Seimetz (KSV Köllerbach) landeten hinter dem Zweitplatzierten Magomed Kartojev (SC Oberölsbach) auf den Bronzerängen. 
Umkämpft war die Klasse bis 70 Kilo, wo sich Baba-Jan Ahmadi (TSV Dewangen) durchsetzte. Lennard Wickel (1. Luckenwalder SC) gelang mit Rang zwei ein sehr gutes ‚Comeback’ im nationalen Geschehen, Kubilay Cakici (RWG Mömbris-Königshofen) und Kevin Henkel, der wie Baba-Jan Ahmadi vom TSV Dewangen kommt, belegten dritte Ränge.Keine Chance ließ Ahmed Bilici im Limit bis 92 Kilo seinen beiden Gegnern Ilja Matuhin (1. Luckenwalder SC) und Abdulla Adigüzel (KSV Allensbach). Im Kampf um Silber setzte sich der Luckenwalder Matuhin durch. Bilici hatte im Vorjahr in Hallbergmoos geheiratet und sich dem Aufsteiger AV Germania Markneukirchen angeschlossen, In diesem Jahr unterschrieb er beim RSV Rotation Greiz.Im schwersten Limit bis 97 Kilo (die Kategorie bis 125 kg blieb unbesetzt) gewann Wladimir Remel (ASV Mainz 88) vor Oliver Kock (1. Luckenwalder SC) und Yusuf Senigit (SV Johannis Nürnberg), die Silber und Bronze holten.

Bei den Griechisch-Römisch-Spezialisten machten dann am Sonntag viele junge Athleten den ‚gestandenen Ringern‘ ordentlich Druck, sehr zur Freude von Bundestrainer Michael Carl und DRB-Sportdirektor Jannis Zamanduridis.  Dennoch behauptete Fabian Schmitt seine Vorherrschaft im leichtesten Limit bis 60 Kilo. Im Duell um Silber und Bronze lieferten sich Daniel Layer (SVG Nieder-Liebersbach) und der junge, aufstrebende Steven Ecker (SV Warnemünde) einen harten Kampf, den Layer knapp gewann. Ein Duell, dass spannender nicht sein konnte, gab es eine Kategorie höher (63 kg), wo sich Christopher Krämer (TSV Westendorf) mit einem fulminanten Endspurt gegen Abdolmohammed Papi (KSV Musberg) gewann, einem iranischstämmigen Ringer, der Frank Stäbler seit geraumer Zeit als Trainingspartner zur Verfügung steht. Krämer hingegen nach seiner Verletzungspause wieder fit !
Wer wird Nachfolger von Weltmeister Frank Stäbler im Limit bis 67 Kilo ? Am Ende setzte sich Andrej Ginc durch, der beim SAV Torgelow mit dem Ringen begann, am Bundesstützpunkt Frankfurt(O.) auf internationale Meisterschaften vorbereitet wird. Nils Buschner (KSV Pausa) gewann Silber, Pascal Hilkert (KSV Sulzbach) und der junge Robert Schröder (Roter Stern Sudenburg/Magdeburg) holten nach spannenden Begegnungen im kleinen Finale Bronzemedaillen. 
Seinen wohl schwersten Kampf bestritt Maximilian Schwabe (72 kg/KSV Pausa) in der Vorrunde, wo er auf Niklas Ohff (FC Erzgebirge Aue) traf. Ein Fehler des Erzgebirgers brachte Schwabe auf die Siegerstraße, der alle anderen Begegnungen souverän für sich entschied. Maximilian Simon (SV Weißwasser) gewann die Silbermedaille, Niklas Ohff und Witas Behrend (Roter Stern Sudenburg/Magdeburg) erhielten bei der Siegerehrung Bronzemedaillen.Ein internes Vereinsduell des SV Wacker Burghausen gab es in der Gewichtsklasse bis 77 Kilo, zwischen dem Bronzemedaillengewinner der U-23-EM von Skopje 2021 Idris Ibaev und dem WM-Fünften von Nur-Sultan 2019 Michael Widmayer. Ibaev gewann am Ende überraschend klar, Erik Löser (RSK Gelenau) erkämpfte Bronze. In der Gewichtsklasse bis 82 Kilo standen sich Roland Schwarz (SV Wacker Burghausen) und Marius Braun (KSV Musberg) im Finale gegenüber, Schwarz, der Vize-Europameister von 2019 setzte sich durch und erkämpfte die Goldmedaille.  Florian Neumaier (VfK Mühlenbach) fackelte in der Kategorie bis 87 Kilo nicht lange mit seiner Konkurrenz und wurde souverän Turniersieger. Julian Scheuer (SRC Laudenbach) und Riccardo Caricato (TSV Herbrechtingen) folgte auf den Plätzen zwei und drei. 
Peter Öhler (97 kg/VfK Mühlenbach) geriet nur in der ersten Runde des Finalduells gegen David Stumpe (KG Baienfurt) etwas unter Druck, doch im zweiten Kampfabschnitt setzte sich der Südbadener mit schönen Techniken im Bodenkampf durch und gewann verdient- und souverän Gold. Im schwersten Limit bis 130 Kilo nutzte Jello Krahmer (ASV Schorndorf) einen Fehler von Franz Richter (RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) zum klaren Vorsprung, den er im zweiten Kampfabschnitt clever verteidigte. Christian John (Eisenhüttenstädter RC) beendete das Kaderturnier der Griechisch-Römisch-Spezialisten auf dem Bronzerang.
Bundestrainer Michael Carl, der kurz vor dem Abflug zu den Olympischen Spielen nach Tokio stand, hat nun mit seinem Trainerstab die Aufgabe, eine Mannschaft für die Weltmeisterschaft im Oktober zu bilden, wobei der norwegische Verband Anfang August eine Entscheidung trifft, ob die Titelkämpfe in Oslo stattfinden können, oder ob man die Weltmeisterschaft coronabedingt an den Weltverband zurückgibt. Als Ersatzort steht Belgrad (SRB) bereit. 


Quelle:Jörg Richter

Ringen / Kadetten Europameisterschaften in Samokov (BUL) 14 – 20. Juni / Zusammenfassung GR
Dritte Medaille für den DRB durch Griechisch-Römisch-Ringer Samokov - Die letzten Kampftage der Kadetten-Europameisterschaft im bulgarischen Samokov gehörte den Griechisch-Römisch-Spezialisten. Durch Nikita Ovsjanikov gelang auch der deutschen Auswahl um Bundestrainer Maik Bullmann ein Medaillengewinn, nachdem die Freistilringer, aber auch die Kadettinnen jeweils einmal auf dem Siegerpodium standen.

Ovsjanikov stürmte im schwersten Limit ins Finale, auf dem Weg dorthin bezwang er in der Qualifikation Bartlomiej Figura (POL) souverän mit 13:1. Im Viertelfinale machte es Nikita Ovsjanikov gegen Artur Boichuk (UKR) beim knappen 8:6-Erfolg spannend, zog mit diesem Sieg jedoch ins Halbfinale ein, wo er Hasan Akalin (TUR) mit 4:2 bezwang. Im Finale dann die 3:5-Punktniederlage gegen Daniil Chasovnikov, wobei der russische Ringer nach der ersten Runde bereits 5:0 führte. Ovsjanikov drehte im zweiten Durchgang noch einmal auf, doch mehr als Ergebniskosmetik zum 3:5 ließ Chasovnikov nicht zu.

Eugen Schell (60 kg) schaffte den Sprung ins kleine Finale um Bronze, auf dem Weg dorthin gewann er seinen Achtelfinalkampf gegen Oleksandr Shkolnyi aufgrund einer verletzungsbedingten Aufgabe des Ukrainers, beim Stand von 5:0 für Schell. Im Viertelfinale verlor Eugen Schell gegen Levente Levai (HUN) mit 0:8, konnte jedoch in der Hoffnungsrunde weiterkämpfen, da der Ungar das Finale erreichte. Schell wurde gegen Pablo Munoz (ESP) kampflos zum Sieger erklärt und stand damit im kleinen Finale, das er gegen Iulian Lungu (ROU) mit 1:4 Punkten verlor. Platz 5 damit für den deutschen Ringer. 

Luca Moosmann (55 kg) startete mit einem 8:0-Sieg durch technische Überlegenheit gegen Mathias Martinetti (SUI) ins EM-Geschehen, musste dann jedoch im Achtelfinale eine 1:12-Niederlage gegen Farid Bakhishli (AZE) hinnehmen. Da der Aserbaidschaner das Finale erreichte, konnte Luca Moosmann über die Hoffnungsrunde erneut ins Kampfgeschehen eingreifen. Doch der DRB-Ringer unterlag dem Esten Juhan Kristjuhan mit 1:10 und schied damit endgültig aus. Auch für Henrik Roos (65 kg) war in der Hoffnungsrunde Schluss. Der DRB-Ringer gewann seinen Auftaktkampf gegen den Serben Jovan Miolski vorzeitig mit 11:2 Punkten, Roos musste jedoch im Viertelfinale eine knappe 5:7-Punktniederlage gegen Anri Putkaradze (GEO) hinnehmen. Der Georgier kämpfte sich ins Finale, damit stand Henrik Roos in der Hoffnungsrunde, wo er gegen Zakhar Yanevich (BLR) mit 0:9 vor Ablauf der vierminütigen Kampfzeit unterlag.

Sieg und Niederlage gab es für Jan Schwab (80 kg), der zunächst Csaba Szinay (HUN) mit 8:1 Punkten in die Schranken wieß, im Viertelfinale, nach einer 0:8-Niederlage gegen Sevak Baghramyan (ARM) selbst aus dem Rennen um eine EM-Medaille war. Das gleiche Los ereilte Samuel Santana (92 kg), der den Polen Sebastian Warchol mit 5:1 Punkten bezwang, seinen Viertelfinalkampf gegen Gor Ayvazyan (GEO) mit 0:9 verlor. Der Georgier unterlag im Halbfinale, verpasste damit den Endkampf um Gold, damit blieb der Weg für Samuel Santana in die Hoffnungsrunde verwehrt.

Nur einen Kampf bestritt Lucas Benzing (48 kg), der nach einer 2:9-Punktniederlage gegen Armen Gevorgyan (ARM) ausschied. Auch für Hauke Richter (51 kg) war nach seinem Auftaktduell gegen Dominik Partyka (POL) Schluss, der junge Freistilringer aus Weißwasser verlor den Kampf mit 2:9 Zählern. Ein schweres Los hatte Tom Stoll (71 kg) mit Ruslan Nurullayev gezogen. Der Aserbaidschaner, der am Tag darauf Bronze holte, gewann den Kampf in der Qualifikation gegen Stoll glatt mit 9:0, damit war der DRB-Ringer aus dem Rennen.

In der Endabrechnung gab es für die deutschen Kadetten bei den Europameisterschaften in Samokov (BUL) zweimal Silber und einmal Bronze, aber auch fünf 5. Plätze und sieben 7. Plätze, was nach langer trainings- und wettkampffreier Zeit als guter Neustart anzusehen ist. 

Platzierungen der deutschen Kadetten bei den Europameisterschaften in Samokov (BUL)

Freistil

48 kg: Jannis Rebholz 7. Platz

51 kg: Florian Richter 7. Platz

55 kg: Karamjeet Holstein 11. Platz

60 kg: Marcel Wagin 12. Platz

65 kg: Jeremy Weinhold 13. Platz

71 kg: Gregor Eigenbrodt 7. Platz

80 kg: Daniel Fischer 3. Platz

92 kg: Lenny Spiegel 7. Platz

110 kg: Ewald Stoll 7. Platz 

gr.-röm. Stil:

48 kg: Lukas Benzing 9. Platz

51 kg: Hauke Richter 13. Platz

55 kg: Luca Moosmann 7. Platz

60 kg: Eugen Schell 5. Platz

65 kg: Henrik Roos 10. Platz

71 kg: Tom Stoll 19. Platz

80 kg: Jan Schwab 10. Platz 

92 kg: Samuel Guerrero 8. Platz

110 kg: Nikita Ovsjanikov 2. Platz

Kadettinnen:

43 kg: Martha Frank 2. Platz

49 kg: Leonie Wolf 5. Platz 

53 kg: Oliwia Makuch 5. Platz

57 kg: Marie Trayer 7. Platz

65 kg: Vanja Gersak Perez 5. Platz

69 kg: Cassidy Richter 5. Platz

Platzierungen der Schweizer Kadetten bei den Europameisterschaften in Samokov (BUL)

gr.-rö. Stil 55 kg: Mathias Martinetti 17. Platz

65 kg: Saya Brunner 14. Platz

Kadettinnen

49 kg: Svenja Jungo 3. Platz 

53 kg: Annatina Lipuner 10. Platz  

Freistil

71 kg: Florian Bissig 16. Platz

80 kg: Noa Schwaller 14. Platz

Platzierungen der österreichischen Kadetten bei den Europameisterschaften in Samokov (BUL)

gr.-rö. Stil

65 kg: Linus Haeusle 23. Platz  

Kadettinnen 

49 kg: Sarah Lins 13. Platz

61 kg: Emilia Hartmann 13. Platz

Freistil

60 kg: Muhamed Bektemirov 18. Platz

65 kg: Alexander Seiwald 19. Platz

71 kg: Martin Ennemoser 14. Platz 

Autor: Jörg Richter

Foto: United World Wrestling (UWW)

Ringen / Kadetten Europameisterschaften in Samokov (BUL) 14 – 20. Juni

Samokov - Der Mittelteil der Kadetten-Europameisterschaft im bulgarischen Samokov gehörte den jungen Damen. 

Im Vorfeld der Titelkämpfe gab es im deutschen Lager einige Absagen, denn gleich mehrere Ringerinnen hatten sich bei der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung in Heidelberg das Coronavirus eingefangen und konnten die Reise nach Samokov gar nicht erst antreten. 

Doch jene Mädchen aus der DRB-Riege, die am Ende in Bulgarien auf der EM-Matte standen, viele davon erstmals bei einer internationalen Meisterschaft, kämpften verbissen um jeden Punkt. 

Im Limit bis 43 Kilo gelang Martha Frank vom ASV Mainz 88 der Sprung auf das Silbertreppchen. Im Finale unterlag die DRB-Ringerin gegen Millena Vinagradova (RUS). Tags zuvor hatte Martha Frank ihren Viertelfinalkampf gegen Eda Ersoy (TUR) durch Schultersieg gewonnen, im Halbfinale setzte sich die Ringerin aus Mainz gegen die Lokalmatadorin Krasimira Dimitrova (BUL) vorzeitig mit 11:0 (technische Überlegenheit) durch. 

Im Finalduell dann die Schulterniederlage gegen die russische Ringerin, die alle Kämpfe vorzeitig durch Schulter-, oder Überlegenheitserfolg gewonnen hatte. Doch auf dem Podium wich der Schmerz über die Finalniederlage schnell der Freude über EM-Silber. 

Zweimal knapp an Bronze vorbei schlitterten Leonie Wolf (49 kg) und Oliwia Makuch (53 kg), die am Ende mit 5. Rängen nach Deutschland zurückkehrten. Mit einem Sieg über Mariam Grigalashvili startete Leonie Wolf in das Turnier, wurde im Viertelfinale jedoch von Sevim Akbas (TUR) auf beide Schultern gedrückt. Die Türkin erreichte das Finale und so kämpfte Leonie Wolf in der Hoffnungsrunde weiter, wo sie Maeliss Rousselet (FRA) beim Stand von 6:2-Punkten auf beide Schultern drückte. Damit zog die DRB-Kadettin ins kleine Finale um Bronze ein. Gegen Svenja Jungo (SUI) musste sie allerdings eine 1:6-Niederlage einstecken. 

Auch Oliwia Makuch verlor den Kampf um Platz drei, noch in der ersten Runde wurde die junge DRB-Ringerin von der Weißrussin Volhar Hardzei auf beide Schultern gedrückt. Auf dem Weg ins kleine Finale bezwang Oliwia Makuch zunächst die Moldawierin Lina Nita mit 5:2 Punkten, unterlag dann aber im Viertelfinale Natalie Khramenkova (RUS) vorzeitig mit 0:10 Punkten. Die russische Ringerin setzte sich im Halbfinale durch, stand damit im Finale, Oliwia Makuch hingegen in der Hoffnungsrunde, wo sie am Folgetag Ludmilla Richterova (CZE) bezwang und damit ins kleine Finale einzog. 

Auch Vanja Perez (65 kg) scheiterte knapp an Edelmetall, im kleinen Finale unterlag die Ringerin aus der DRB-Riege um Bundestrainer Christoph Ewald gegen Aliaksandra Zhuk (BLR) nur hauchdünn mit 3:4. Nach der ersten Runde lag Vanja Perez mit 2:4 zurück, die 2. Runde brachte der DRB-Ringerin nur einen Punkt zum 3:4-Anschluss.

Vanja Perez startete mit einem 6:3-Sieg gegen Petra Aahlen (SWE) ins Turnier und behielt auch im Viertelfinale gegen Barbara Sere (ROU) mit 4:1 die Oberhand. Den Halbfinalkampf verlor sie gegen Daria Konstantynova (UKR) mit 0:6, die Ukrainerin zog ins Finale ein, die deutsche Ringerin in den Kampf um Bronze. 

Cassidy Richter (69 kg) startete mit einer 4:6-Niederlage gegen Karolina Jaworska (POL) in das Turnier. Da die Polin das Finale erreichte, stand Cassidy Richter aufgrund der günstigen Konstellation bereits im kleine Finale um Bronze. Auch dieser Kampf ging gegen Noemi Nagy (HUN) mit 0:4 verloren, Platz 5 damit auch für Cassidy Richter. 

Einmal Silber und vier fünfte Plätze, so die Ausbeute der jungen DRB-Damen in Samokov. 

Die Griechisch-Römisch-Spezialisten setzen am Wochenende des Schlusspunkt hinter die Titelkämpfe und auch hier erhofft sich der Deutsche Ringer- Bund einiges von den jungen Nachwuchsathleten, die in Bulgarien von Bundestrainer Maik Bullmann betreut werden.

Jörg Richter
Fotos: UWW

Ringen / Europameisterschaften der Kadetten (A-Jugend) in Samokov (BUL) 14 – 20 Juni 2021 - Freistil

Samokov - Das erste Drittel der Kadetten-Europameisterschaften ist vorüber, die jungen Freistilringer haben die Titelkämpfe hinter sich gebracht, die ersten Titel und Medaillen sind damit vergeben.

Aus deutscher Sicht konnte Daniel Fischer (80 kg) die einzige Medaille erkämpfen, der Ringer vom ASV Urloffen bezwang im kleinen Finale um Bronze den Italiener Gabriele Niccolini mit 9:6 Punkten.

In seinem Auftaktduell bezwang Fischer in einem äußerst spannenden Kampf den Türken Fatih Altunbas mit 5:4, der DRB-Ringer drehte das Ergebnis in den letzten Sekunden des Kampfes zu seinen Gunsten. Im Viertelfinale dann die 4:10-Niederlage gegen Oleksandr Mamrosh (UKR), der Ukrainer schaffte den Einzug ins Finale, holte sich am Folgetag auch den Titel. Daniel Fischer durfte in der Hoffnungsrunde weiterkämpfen, wo er Denis Chirika (ROU) mit 9:3 bezwang. Damit stieß er die Tür ins kleine Finale auf, aus dem er siegreich hervorging. 

Jannis Rebholz (48 kg) startete mit einem 7:2-Sieg über den Georgier Rezo Marsagishvili ins EM-Geschehen, war im Viertelfinale jedoch gegen Amal Dzhandubaev (RUS) beim 0:10 chancenlos. Der russische Ringer erreichte unangefochten das Finale und so konnte auch Jannis Rebholz in der Hoffnungsrunde neu ins Kampfgeschehen eingreifen. Dort unterlag er jedoch erneut, der DRB-Ringer schied nach einer 1:6-Niederlage gegen Serdzhan Yuseinov (BUL) endgültig aus. 

In Medaillennähe kämpfte sich auch Gregor Eigenbrodt (71 kg), der im Auftaktduell Robin Mikecz (SVK) mit 11:0 bezwang, im Achtelfinale auch Raul Caso (ITA) mit 9:2 Punkten aus dem Rennen warf. Erst im Viertelfinale wurde Eigenbrodt von Cengizhan Dogan (TUR) gebremst. 

Für Lenny Spiegel (92 kg) war nach einem Sieg über Konstantinos Tsaknakis (GRE) und einer Niederlage, die er gegen Yaroslav Lisniak (UKR) einstecken musste Schluss, einen Sieg und eine Niederlage hatte auch Florian Richter (51 kg) auf dem Konto. Er gewann die Qualifikation gegen Omer Jusufi (MKD), verlor das Viertelfinale gegen Tigran Buniatyan (ARM). Der Armenier verpasste den Einzug ins Finale, damit blieb Richter der Weg in die Hoffnungsrunde verwehrt. 

Mit schönen Beinangriffen warf Schwergewichtler Ewald Stoll (110 kg) seinen Kontrahenten Nikolae Stratulat (MDA) aus dem Rennen, im Viertelfinale verlor der DRB-Ringer gegen den russischen Schwergewichtler Ilia Zhibalov mit 1:11, konnte aber in der Hoffnungsrunde weiterkämpfen, da Zhibalov das Finale erreichte. In der Hoffnungsrunde unterlag der DRB-Ringer gegen Milan Gellen (HUN) und schied damit aus. 

Jeremy Weinhold (65 kg) gewann zunächst gegen den Tschechen Samuel Bystron, unterlag dann aber im Achtelfinale gegen Anushavan Barseghyan (ARM) und schied ebenso aus wie Marcel Wagin (60 kg) der sich zunächst gegen Magomed Tutaev (SWE) durchsetzte, aber dann gegen Giorgi Abulashvili (GEO) mit 0:3 Punkten in die Schranken gewiesen wurde.

Pech hatte der Leipziger Karamjeet Holstein (55 kg), der nach einer knappen 5:7-Niederlage gegen den Weißrussen Herbert Akapian gleich nach dem ersten Kampf die Segel streichen musste. 

Jörg Richter

Ringen / Europameisterschaften der Kadetten (A-Jugend)

‘Kaltstart’ für den deutschen Ringernachwuchs in Samokov (BUL) 

Samokov - Für den deutschen Ringernachwuchs geht es in der kommenden Woche, im bulgarischen Samokov in allen drei Stilarten um Europameisterschaftsmedaillen. 

Die Kadetten sind die Jüngste, bei internationalen Meisterschaften zugelassenen Altersklasse. Für viele der jungen Ringerinnen und Ringer wird es jedoch ein Kaltstart, denn zielgerichtetes Training war coronabedingt nur sehr eingeschränkt möglich, Wettkämpfe Mangelware. 

Die Nachwuchs-Bundestrainer trafen für ihre EM-Aufgebote nach einem internen Kaderturnier eine Vorauswahl, dass vor einigen Wochen am Stützpunkt in Heidelberg ausgetragen wurde, bei zentralen Trainingsmaßnahmen wurden die Mannschaften im Freistil, im griechisch-römischen Stil und bei den jungen Damen endgültig nominiert.

Samokov richtete bereits 2014 kontinentale Titelkämpfe der Kadetten aus, die deutschen Nachwuchsasse dürften gute Erinnerungen an diese bulgarische Ringerhochburg südlich von Sofia haben, Nicole Amann vom SC Anger gewann damals den Titel im schwersten Limit bis 70 Kilo, Johanna Meier holte in der leichtesten Gewichtsklasse bis 38 Kilo die Silbermedaille, während Viviane Herda (60 kg) Bronze mit nach Hause nahm. Im griechisch-römischen Stil eroberte Karan Mosebach (69 kg) EM-Silber und qualifizierte sich damit für die Olympischen Jugendspiele, wo er den vierten Rang belegte.

Eine ähnliche Ausbeute mit 4 Medaillen würde das deutsche Lager angesichts der einjährigen Wettkampfabstinenz sicherlich sehr freuen. 

Normierungen Kadetten Europameisterschaften in Samokov (BUL) 14 – 20 Juni

gr.-röm. Stil:

48 kg: Lukas Benzing

51 kg: Hauke Richter

55 kg: Luca Moosmann

60 kg: Eugen Schell

65 kg: Henrik Roos

71 kg: Tom Stoll

80 kg: Jan Schwab

92 kg: Samuel Guerrero

110 kg: Nikita Ovsjanikov

Freistil:

48 kg: Jannis Rebholz

51 kg: Teetje Richter

55 kg: Karamjeet Holstein

60 kg: Marcel Wagin

65 kg: Jeremy Weinhold

71 kg: Gregor Eigenbrodt

80 kg: Daniel Fischer

92 kg: Lenny Spiegel

110 kg: Ewald Stall

Kadettinnen:

43 kg: Martha Frank

49 kg:: Leonie Wolf

53 kg: Naemi Leistner

57 kg: Marie Trayer

61 kg: Luna Rothenberger

65 kg: Vanja Gersak Perez

69 kg: Cassidy Richter

73 kg: Sidney Bogun

Autor: Jörg Richter

Foto: Kadir Caliskan (UWW)

Der Weg nach Tokio führte über Sofia 

Beim Olympiaqualifikationsturnier in Sofia sind am ersten Kampftag alle deutschen Freistilringer ausgeschieden. Erik Thiele (97 kg) und Ahmed Dudarov (86 kg) wurden vor diesem Wettkampf in der bulgarischen Hauptstadt noch die besten Chancen eingeräumt ins Finale vorzustoßen, um eines der begehrten Olympiatickets wieder mit nach Hause zu nehmen. 

Ahmed Dudarov gewann seinen Auftaktkampf gegen Unurbat Purevjav (MGL) mit 12:1-Punkten, noch vor Ablauf der sechsminütigen Kampfzeit, durch technische Überlegenheit, verlor dann aber im Achtelfinale gegen Azamat Dauletbekov (KAZ) hauchdünn mit 4:5-Punkten. Erik Thiele scheiterte im Achtelfinale an Abraham Conyedo Ruano (ITA) mit 1:4-Punkten und war damit wie Dudarov aus dem Rennen um die Olympiafahrkarten, die nur an die beiden Finalteilnehmer vergeben werden. Allerdings gab es auch diesmal wieder Zweifel an einem Kampfrichterentscheid, als Thiele den Italiener aus der Kampffläche drängen wollte. War der Fuß von Conyedo Ruano draußen, oder nicht? Bundestrainer Jürgen Scheibe forderte den Videobeweis und verlor. Statt 1:1 stand es nach verlorenem Videobeweis 0:3, obwohl die Aktion klar von Thiele ausging, ein Rückstand, den der Ringer vom KAV Mansfelder Land nicht mehr aufholen konnte. Abraham Conyedo Ruano erreichte das Finale, damit ging es für Erik Thiele am Folgetag weiter. Nach gewonnenem Hoffnungsrundenduell gegen Elyse Manouan(CIV) zog Erik Thiele ins kleine Finale um Bronze ein, das er kampflos gewann, da sein Gegner Ahmed Bataev (BUL) wegen einer Verletzung nicht antrat. Die Bronzemedaille als klitzekleines Trostpflaster für die entgangene Olympiaqualifikation. Alexander Semisorov (65 kg) kam über den ersten Kampf nicht hinaus, der Freistilringer vom RV Rümmingen 06 verlor gegen Nikolai Grahmez (MDA) mit 6:16 Punkten. 

Der Youngster im DRB-Team, Niklas Stechele (57 kg), begann im leichtesten Limit siegreich. In einem turbulenten Kampf schulterte der DRB-Ringer seinen Kontrahenten aus der Dominikanischen Republik Juan Ramirez Beltre in der letzten Sekunde des Kampfes, nachdem er zu Beginn des Kampfes schon 0:6 und 4:8 in Rückstand lag. Das Achtelfinale ging für Stechele gegen Givi Davidovi (ITA) allerdings mit 1:2-Punkten verloren.


Damit bleibt es bei einer Qualifikation für die deutschen Freistilringer, die durch Schwergewichtler Gennadij Cudinovic (125 kg) bei der Europa-Qualifikation in Budapest erkämpft wurde.


 Kein Fortuna bei den Frauen

Starke Teilnehmerfelder gab es auch bei den Ringerfrauen. Luisa Niemesch (62 kg) kämpfte sich in ihrem Limit durch die Konkurrenz bis ins Halbfinale. Auf dem Weg dorthin bezwang die Ringerin des SV Germania Weingarten Jessica Brouilette (CAN) mit 7:0. Im Achtelfinale behielt Luisa Niemesch gegen Tetiana Omelchenko (AZE) beim 1:1, bedingt durch die zuletzt vergebene Wertung, die Oberhand. Genauso spannend machte es die Nordbadenerin auch eine Runde später, beim 2:2, als sie gegen Etane Ngolle (CMR) elf Sekunden vor Kampfende die entscheidende Wertung erzielte. Im Halbfinale scheiterte die DRB-Ringerin an Liubov Ovcharovka (RUS) mit 0:8-Punkten. Damit war sie im Kampf um die Olympiafahrkarte aus dem Rennen. Denn nur die beiden Finalistinnen komplettieren das Teilnehmerfeld beim olympischen Turnier Anfang August.


 Die frischgebackene EM-Dritte von Warschau, Annika Wendle, startete mit einem 6:2-Sieg über Shokhida Akhmedova (UZB), verlor im Achtelfinale jedoch klar gegen Olga Khoroshavtseva (RUS), während Laura Mertens in ihrem Auftaktkampf gegen Mathilde Riviere(FRA) mit 0:5 das Nachsehen hatte. Auch Lisa Ersel scheiterte an einer Französin, nach einer 0:3-Punktniederlage gegen Julie Sabatie kam für die DRB-Ringerin vom SV Luftfahrt Berlin das frühe Aus. Annika Wendle (53 kg), Laura Mertens (57 kg) und Lisa Ersel (50 kg) waren nunmehr mit Niederlagen belastet, konnten damit das Finale nicht mehr erreichen und verpassten damit die letzte Chance, sich ins olympische Turnier zu kämpfen.  

Da die Gegnerinnen von Annika Wendle und Laura Mertens das Finale erreichten, ging es für die beiden DRB-Starterinnen weiter. Nach verlorenem Halbfinale kämpfte auch Luisa Niemeschgegen die Siegerin der Hoffnungsrunde um Bronze. Und die Weingartenerin schaffte nach einem Sieg über Kriszta Incze (ROU) mit 2:0-Punkten den Sprung auf das Bronzetreppchen.

Laura Mertens (57 kg) verlor den Bronzekampf gegen Giullia Oliveira (BRA) mit 0:4 und beendete die Olympiaqualifikation in Sofia auf dem fünften Rang, während Annika Wendle in der Hoffnungsrunde mit 4:6-Punkten an Iulia Leorda (MDA) scheiterte und damit aus dem Turniergeschehen ausschied.


 Öhler scheiterte knapp an Omarov


 Peter Öhler (97 kg) war dagegen die letzte deutsche Hoffnung für eine weitere Olympiateilnahme in Tokio. Für die Griechisch-Römisch-Spezialisten des Deutschen Ringer-Bundes wäre es die fünfte von sechs möglichen Startplätzen gewesen. Doch der Tscheche Artur Omarov ließ Öhlers Olympiatraum mit einem knappen 3:2-Erfolg gegen den Südbadener im Halbfinale platzen. Fast hätte sich Peter Öhler nach der Odyssee der letzten Jahre mit einer Sperre wegen Dopingverdachts, einem späten Freispruch und einem Kreuzbandriss nach seinem Wiedereinstieg, mit einem Olympiaticket selbst entschädigt, ja gar belohnt. Er bezwang Luillys Perez Mora (VEN), der im Vorjahr bei den Pan-Amerikanischen Meisterschaften Bronze gewonnen hatte mit 4:2-Punkten und warf im Achtelfinale auch Kevin Castillo (HUN) mit 4:1-Zähler aus dem Rennen. Im Viertelfinale dann das knappe Aus gegen Omarov. Öhlersfulminanter Endspurt brachte keine Wende mehr im Kampf gegen den Tschechen, der später mit seinem Einzug ins Finale das Olympiaticket löste. 

Für Öhler öffnete sich der Weg über die Hoffnungsrunde ins kleine Finale um Bronze. Sein Hoffnungsrundenduell gewann Öhler glatt mit 4:0 gegen den Schweizer Damian van Euw. Damit stand der Ringer aus der kleinen Schwarzwald-Gemeinde Mühlenbach im Kampf um Bronze. Doch gegen Vilius Laurinaitis (LIT) fehlte dem Modellathleten einfach die technischen Mittel, um den Sieg aus dem Feuer zu reisen. Allein Kampfgeist reichte gegen den Litauer nicht, der das Duell mit 5:3 für sich entschied.


 In Tokio mit sieben Athleten

Sieben Tickets haben die deutschen Ringer bei den Ausscheidungswettkämpfen, der WM 2019 in Nur-Sultan und der kontinentalen Qualifikation in Budapest erkämpft. Eine Anzahl, mit der man im Vorhinein nicht rechnen konnte. Allein vier Tickets gehen an die Griechisch-Römisch-Spezialisten Etienne Kinsinger (60 kg), Frank Stäbler (67 kg), Denis Kudla (87 kg) und Eduard Popp (130 kg). Zweimal bejubelten die Frauen durch Aline Rotter-Focken (76 kg) und Anna Schell (68 kg) den Gewinn einer Fahrkarte nach Tokio, während der ins Schwergewicht aufgerückte Gennadij Cudinovic (125 kg) als einziger Freistilspezialist in Budapest die Türe zu Olympia aufstieß. 

Autor: Jörg Richter

Foto: Kadir Caliskan (UWW)
 

Kein Olympia-Ticket für den ÖRSV

Der österreichische Ringsportverband wird nach den erfolgreichen Teilnahmen bei den Spielen in London und Rio in Tokio leider nicht vertreten sein.

Beim letzten Welt-Olympia-Qualifikationsturnier in Sofia (Bulgarien) scheiterten die dreiHeeressportler im Freien Stil, Gabriel Janatsch (A.C. Wals) bis 65 Kilo, Simon Marchl (A.C. Wals) bis 74 Kilo und Johannes Ludescher (KSK Klaus) bis 125 Kilo bereits im Achtelfinale und schieden nach Auftaktniederlagen aus dem Wettbewerb aus.

Beim Turnier der Griechisch-Römisch-Spezialisten musste Polizeisportler Daniel Gastl (RSC Inzing) bis 97 Kilo nach der langen Verletzungspause gegen Damian van Euw (Schweiz) eine bittere 1:2-Punkteniederlage hinnehmen und schied damit ebenfalls aus. Michael Wagner, der bei den Europameisterschaften in Warschau einen guten neunten Platz belegte, konnte im Achtelfinale gegen Dimitri Papadopulos (Griechenland) nach Punkten gewinnen, musste jedoch im Viertelfinale gegen Olympiasieger David Chakvetadze eine 0:6-Punkteniederlage hinnehmen.  Da der russische Ringer das Finale verfehlte, konnte der Polizeisportler auch nicht mehr über die Hoffnungsrunde erneut ins Kampfgeschehen eingreifen. 

Die größte Olympiahoffnung des ÖRSV, die Bronzemedaillengewinnerin der Weltmeisterschaft von 2017 und Vize-Europameisterin von 2019, Polizeisportlerin Martina Kuenz vom RSC Inzing,konnte ihren Auftaktkampf gegen Amy Joun (Elfenbeinküste) mit 11:0 gewinnen. Im Viertelfinale setzte sie sich gegen die EM-Dritte von 2019, Zanett Nemeth (Ungarn), mit 4:1-Punkten durch und stand im Halbfinale der Vize-Europameisterin des Vorjahres, Yasemin Adar(Türkei) gegenüber, die bei den Weltmeisterschaften 2018 ebenfalls Silber gewann. Nach dem Sieg über die Türkin beim Europa-Qualifikationsturnier in Budapest musste Martina Kuenzdiesmal eine schmerzliche Punkteniederlage verbuchen. Damit verpasste die ÖRSV-Starterin den Finaleinzug und auch das Ticket nach Tokio. Für Martina Kuenz ging es nach dem verlorenen Halbfinale gegen die U23 Weltmeisterin von 2019, Marin Potrille (Cuba), um die Bronzemedaille. Dieses Duell ging mit 2:2-Punkten, bedingt durch die höhere Punktwertung, an die Kubanerin. Der letzte Verzweiflungsangriff von Martina Kuenz kam Bruchteile von Sekunden zu spät.

Quelle: ÖRSV

Foto: Kadir Caliskan (UWW)

Rang drei für Andreas Vetsch in Sofia

In Sofia ging um „alles oder nichts“: In Sofia beim letzten Welt-Olympia-Qualifikationsturnier hat es nur ein Schweizer Ringer aufs Podest geschafft. Doch das Ticket konnte Andreas Vetsch in der bulgarischen Hauptstadt nicht lösen. Für die Schweizer geht damit nur Stefan Reichmuth in Tokio auf Medaillenjagd. Der Willisauer qualifizierte sich bereits 2019 bei der WM in Nur-Sultan im Limit bis 86 Kilo im Freistil durch den Gewinn der Bronze-Medaille.

Beim Last-Chance-Turnier gingen die Freistiler Marc Dietsche (74 kg) und Samuel Scherrer (97 kg) als erstes auf die Matte. Dietsche kam nicht über die Qualifikationsrunde hinaus. Scherrer dagegen schaffte den Sprung in die Hoffnungsrunde, ehe er am Polen Radoslaw Baran scheiterte.

Die Griechisch-Römisch-Spezialisten Nicolas Christen (77 kg) und Ramon Betschart (87 kg) scheiterten bereits in der Qualifikation. Damian von Euw (97 kg) durfte in der Hoffnungsrunde wieder ran. Nach seinem Auftaktsieg über den ÖRSV-Starter Daniel Gastl (2:1), verlor er gegen Artur Omarov aus Tschechien denkbar knapp mit 1:1. Der Deutsche Peter Öhler war für von Euwdann im weiteren Weg eine Nummer zu groß. Nach der 0:4-Niederlage war das Turnier für ihn beendet. Nur Andreas Vetsch schaffte es aufs Podium. Im Limit bis 67 Kilo verlor der Schweizer seinen Auftaktkampf gegen Parviz Nasibov mit 1:3. Der Ukrainer das Finale erreichte, ging es für Vetsch in der Repechage weiter. Nach dem Sie über den Peruaner Nilton Soto Garcia (3:3) zog er kampflos in den Kampf um Bronze, weil der Aserbaidschaner Rasul Chunayev nicht antrat. Gleiches Schicksal ereilte Andreas Vetsch im kleinen Finale. Der Japaner Shogo Takahashi blieb dem Kampf fern. 

Autor: Stefan Günter

Foto: Kadir Caliskan (UWW)

Im Rahmen einer Online-Teampräsentation gaben die RED DEVILS Heilbronn am Montagabend zum Ende der Transferfrist ihren Mannschaftskader für die Bundesliga-Saison 2021/22 bekannt. Mit acht Rückkehrern, zehn Neuzugängen und neun Eigengewächsen wird der Deutsche Mannschafts-Vizemeister von 2018/19 ab dem 4. September 2021 auf die Matte gehen.

Bislang hatte Trainer Patric Nuding aus taktischen Gründen eisern zur Zusammenstellung des Teams geschwiegen. Mit den Rückkehrern Abdolmohammad Papi, Frank Stäbler, Marius Braun, Taimuraz Friev und Eduard Popp waren offiziell nur fünf Athleten vom Verein bestätigt gewesen.

Zu ihnen gesellen sich nun noch drei weitere Ringer, die bereits im Trikot der RED DEVILS in der Bundesliga aktiv waren. Recep Topal (61 kg Freistil, Türkei) absolvierte zwischen 2017 und 2019 13 Kämpfe für das Heilbronner Team. Davon konnte der Europameisterschafts-Dritte von 2018 und 2019 zehn Kämpfe für sich entscheiden, sieben davon vorzeitig durch Technische Überlegenheit oder Schultersieg. Sein Landsmann Hammet Rüstem (61 kg Griechisch-Römisch) bestritt dagegen nur einen Kampf, doch der hatte es in sich: Im Viertelfinale 2019/20 gegen Mainz gewann der 33-jährige gegen Doğuş Ayazcı auf Schulter, doch wurde dieser Kampf im Nachhinein am „Grünen Tisch“ gegen Rüstem gewertet und die RED DEVILS schieden aus den Playoffs aus. Mit Bogdan Eismont (86/98 kg Griechisch-Römisch) kehrt zudem ein ganz erfahrener Mann in die Römerhalle zurück. Der 39-jährige Deutsche Veteranen-Meister von 2019, bei den Fans für seinen eisernen Einsatzwillen bekannt und beliebt, konnte sieben seiner bislang 16 Kämpfe für die RED DEVILS gewinnen

Die Deutsch-Achse wird durch DM-Dritten von 2016, Alexander Grebensikov (61 kg Griechisch-Römisch, letzter Verein RSV Greiz), den EM-Teilnehmer 2021 Daniel Sartakov (75 kg Freistil, RSV Greiz), die 49-jährige Ringer-Legende Adam Juretzko (75/80 kg Griechisch-Römisch, KSV Witten) und den mehrfachen Deutschen Meister Georg Harth (80 kg Freistil, ASV Mainz) verstärkt. 

Dazu gesellen sich mit Mikhail Ivanov und dem aus der Heilbronner Partnerstadt Noworossijsk stammenden Aleksander Golovkin (beide Russland), Radoslav Balan (Polen) sowie dem türkischen Dreigestirn Doğuş Ayazcı, Yunus Emre Başar und Cengizhan Erdoğan sechs neue ausländische Ringer, durch die Headcoach Patric Nuding zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten im Aufstellungspoker hat. „Das sind allesamt internationale Spitzenathleten, mit deren Hilfe wir mindestens das Halbfinale erreichen wollen“, so Nuding.

Abgerundet wird der Kader durch den erfahrenen DM-Dritten von 2019, André Timofeev, sowie die Eigengewächse Damian Macun, Michael Gergert, Konstantin Schmidt, Nico Breischaft, Eric Obert, Daniel Lenz, Stefan Kamockij und Edward Gerner.

Foto: Hammet Rüstem (rechts) und Doğuş Ayazcı kämpfen künftig beide für die RED DEVILS Heilbronn.

Bild: Marcel Tschamke)

Autor: Ralf Scherlinzky

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