Silber für Cudinovic, Bronze für Thiele / Deutsche Ringerdamen ohne weiteres Olympiaticket

by Mario


Budapest – Silber für Gennadij Cudinovic (125 kg) und Bronze für Erik Thiele (97 kg) gab es am zweiten Wettkampftag des Olympia-Qualifikationsturnieres (Europa) in Budapest (HUN). Doch die Gefühlslage bei den beiden schweren Jungs aus der Freistilmannschaft des Deutschen Ringer- Bundes war eher umgekehrt, Cudinovic  gab bereits nach einer halben Minute leicht angeschlagen den Kampf gegen Dzianis Khramiankou (BLR) beim Stand von 0:1 wegen einer Knieverletzung auf, konnte jedoch nach seinem gestrigen 16:6-Halbfinalsieg über Jamaladdin Magomedov (AZE)  feiern, denn mit dem Finaleinzug qualifizierte er sich für die Olympischen Spiele 2020ne in Tokio. Dagegen ging Halbschwergewichtler Erik Thiele (97 kg) am Finaltag im Kampf um Bronze gegen Albert Saritov (ROU) mit einem knappen 4:3 als Punktsieger von der Matte, doch hatte er am Donnerstagabend das Ticket nach Tokio durch die 1:2-Halbfinalniederlage gegen Suleyman Karadeniz (TUR) knapp verpasst. 


Der erst ins Schwergewicht gewechselte Gennadij Cudinovic hatte selbst die Fachwelt mit seinem offensiven Kampfstil überrascht und war nach seinem souveränen Auftritt mit insgesamt 32:7 Kampfpunkten der gefeierte Held des ersten Kampftages in Budapest. Nachdem die Griechisch-Römisch-Spezialisten bei den Weltmeisterschaften 2019 in Nur-Sultan (KAZ) gleich drei Olympiatickets gelöst hatten und die DRB-Frauen mit zwei Ringerinnen in Tokio antreten werden, wird nun auch die deutsche Freistilriege beim größten Sportfest der Welt durch Gennadij Cudinovic auf der Ringermatte vertreten sein.


Nach dem Jubel am ersten Wettkampftag der Olympiaqualifikation in Budapest kehrte bei den deutschen Ringerinnen, die am zweiten Kampftag um die begehrten Fahrkarten nach Tokio kämpften, Ernüchterung ein denn keine der Damen aus der Riege um Bundestrainer Patrick Loes erreichte das Halbfinale. Im leichtesten Limit bis 58 Kilo verlor Lisa Ersel gegen die Polin Iwona Matkowska glatt mit 0:10, Nina Hemmer (53 kg), eine der großen Hoffnungsträgerinnen der deutschen Ringerfrauen, verlor nach 4:0-Führung gegen Iulia Leorda (MDA) 10 Sekunden vor Kampfende noch mit 6:8 Zählern und war damit im Kampf um ein Olympiaticket ebenfalls aus dem Rennen. Eine Schrecksekunde gab es für die Ringerin vom AC Ückerath zum Beginn der 2. Runde als sich Nina Hemmer bei einem Angriff der Moldawierin das Knie verdrehte, aber nach kurzer Verletzungspause weiterkämpfen konnte. Auch die erfahrene Luisa Niemesch (62 kg) wurde noch in der ersten Runde des Kampfes von Iryna Koliadenko (UKR) kalt erwischt und nach einem Wurf von der Ukrainerin auf beide Schultern gedrückt.Zumindest zwei Kämpfe absolvierte Laura Mertens (57 kg), die in der Qualifikationsrunde Kateryna Zhydachevska (ROU) mit 6:4 Punkten bezwang. Im Viertelfinale dann das Turnier-Aus für die deutsche Ringerin nach einer knappen 3:5-Punktniederlage gegen Sara Lindborg (SWE). 


Die letzten deutschen Hoffnungen auf einen weiteren Teilnehmer an den Olympischen Spielen in Tokio lasten nun auf den Schultern der Griechisch-Römisch-Spezialisten, die bei den Weltmeisterschaften 2019 in Nur-Sultan (KAZ) schon drei Startplätze für Tokio gebucht haben, Bundestrainer Michael Carl hat mit Etienne Kinsinger (60 kg), Pascal Eisele (77 kg) und Ramsin Azizsir (98 kg) auch in Budapest drei weitere ‚heiße Eisen‘ im Feuer.

Autor: Jörg Richter

Foto: Kadir Caliskan

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